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Konrad Peutingers Briefwechsel
Entstehung
Seite
67
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Nr. 40. 1506 März 15. 67

worden sein, also das des Reichs sachen bei den österreichischenfast ain instand haben. Der von Serntein 1 verwaltet die canzleiund hat nichts richtigs von Schreibern, darumb all sachen inVerzug gesteh, also das ich bisher im handel, die appellacion 2und ander sachen betreffend, nichtz endlichs hab mögen be-schluessen. Bin doch in stiller ubung und hoff in 14 tagen, soferr die ku. Mt. hie nit verruckt, mit der hilf Gottes fertig zewerden, es falle dan anders für, das ich nit wais.

Konrad von Rot 3 versudie, den König gegen die Stadt auf-zuhetzen und ihn für seinen Anspruch auf die Ausdehnung desWildbanns im „Burgholz" über die der Stadt gehörigen unterenWertachauen* zu gewinnen. Maximilian habe Peutinger sagenlassen, er möge sich deswegen mit dem von Rot vertragen.Das habe Peutinger in einer Unterredung mit diesem abgelehnt,weil er dazu weder Vollmacht habe noch über die Sadie ge-nügend unterrichtet sei. Und begab sich, das ich ain klein be-wegt ward und zu dem von Rot saget, E. Wt. wurd für anderunbillich in die ku. Mt. tragen. Aber die stigel wer an dem ortnider, und ich wolt ku. Mt. furhalten, das S. Mt. unparteiischcommissarien verordnet. Die Angelegenheit sei darauf zum Still-stand gekommen. Der Rat möge aber für alle Fälle die er-forderlichen urkundliclien Unterlagen hersenden, damit Peutingerden König über den wahren Sachverhalt aufklären könne. Sower ich der hoffnung, S. Mt. dermaßen zu berichten, das solchszu gefallen verstanden werden müßt. Dan mich will bedunken,das gelt mag durch etlich leut nit verdient werden, si tragendan euch und ander in ku. Mt.

1 Cyprian von Northeim, genannt von Serntein, Tirolisdier KanzlerMaximilians. Vgl. Ulmann 1 S.815f. Eine Biographie ist von Dr. P. PangrazStollenmayer zu erwarten.

2 Peutinger sollte von Maximilian unter anderm ein Privilegium de nonappellando erwirken; er erhielt es am 1. April. Vgl. Herberger Anm.38.

3 Kgl. Forstmeister in der Markgrafsdiaft Burgau und Rat Maximilians.* Die Stadt Augsburg hatte erst im Jahre vorher auf dem Reidistage

von Köln die Freiheit der Jagd in der Herrschaft Sdiwabeck und außerhalbdes „birkholzes" in den Auen derWertadi vom Könige verbrieft erhalten;Vgl. die oben S. 55 Anm. 9 erwähnten Berichte der Augsburger Gesandtenin Köln (Bürgermeister Ludwig Hoser und Peutinger) im Augsburger StA,Peutinger.