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Konrad Peutingers Briefwechsel
Entstehung
Seite
65
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Nr. 39. 1506 März 1. 65

solt mitler zeit weck gezogen sein, das aber nit besehenen, son-dern hie beliben ist. Demnach fueg ich E. Wt. zu wissen, dasich bei ku. Mt. zu Closterneuburg trei tag gewesen bin und daselbsallain in ainem stuck, warumb ich erfordert sei, erfaren, nemblichdas etlich S. ku. G. gelert rete und ich die brief des haus vonOsterreich besichtigen und S. Mt. davon underricht geben, auchich mitsambt anderen ain auszug davon machen sollen. 1 Sonsthat S. Mt. von allen orten cronica und historien bringen lassenund mir obgemelt Sachen halb in dem schlos zu Wien ain aigengmach eingeben, und ist S. Mt. umb Wien herumb bisher ge-wesen, als sich dan die auf dat. zu Lachsenburg enthalt und,als ich mich versihe, sich in 3 oder 4 tagen wider her fuegenund nachmalen auf die Steyrmarckt ziehen wirt. Ains erberenrats Sachen 2 hab ich an S. ku. Mt. gebracht. Sagt anfangs mitlachen: hette mich allain in sein Sachen erfordert, weit den vorendschaft machen; doch so solt ich copeien ains rats halbenstellen und S. ku. Mt. nachmalen hören lassen; wolt sich rechtdarin halten. Also bin ich der selben und ander copien halbenin ubung und will neben S. Mt. Sachen mit fueg gut abfertigungzu erlangen allen möglichen fleis ankören. Dan so ich umb S. Mt.bin, mag ich zu S. G. den zugang fast woll haben; es soll auchan mir kain fleis erspart werden, wider anheim zu komen. Dweilaber S. G. in ir selbs Sachen fast ernstlich handelt und vill aufmich beschiden hat, hab ich mich des erlaubens nit merkenlassen; dan in obgemelten sachen noch kain rechter anfang ge-macht worden. Sonst ist nichtz besonders hie, dan das in villgrossen irrungen gross verhör gehalten worden etc.Dat. montags nach Estomihi <!> anno etc. 6.

Peutinger.

1 Vgl. hierzu JKSK2,2 (1881) Regest Nr. 1014: Max .befiehlt, die altenkaiserlichen Freiheiten und andere Briefe, besonders jene, weldie Österreidibetreffen und in Innsbruck liegen, abzuschreiben und nach Österreidi zuschicken".Der Peutinger erteilte Auftrag steht wohl in Zusammenhang mit den Vor-arbeiten für Maximilians „ Genealogie"; vgl. oben S. 58 Anm. 6. Als Belohnungfür seine Arbeit erhielt Peutinger auf königlidien Befehl vom 9. März 1506einen vergoldeten Silberbedier; vgl. JKSK. 3, 2 (1882) Regest Nr. 2590.

* Peutinger sollte von Maximilian mehrere Privilegien für die StadtAugsburg erwirken, was ihm im Laufe des April auch tatsächlich gelungenist; vgl. Herberger Anm. 38.

König, Peutingers Briefwechsel 5