42 Nr. 21. 1504 Oktober 19.
Besunder lieber herr doctor, euch sein alzeit mein willigdienst zuvor berait. Besunder lieber herr, anfenglich pitt ich euchumb gnad, darum daz ich euch so selten schreib. Ich hab aufdie erobrung Kueffstains gewart, und so dieselb geschehen ist, 1so schreib ich euch hiemit und fueg euch zu wissen, daz ku. Mt,mich mit eur copei, gen Venedig gehörend, für und für auf-gezogen hat; nemblich auch umb des willen, damit ir dieselbenveldmer, die erobrung Kueffstain betreffend, auch mochtet mitschreiben, und damit ir solchs tun muget mit grünt, so schickich euch dieselben veldmer hiemit nach der leng. 2 Die wisst irin eurm schreiben wol ordenlicher und formlicher anzuzaigenund zu stellen. Und ist der ku. Mt. befelh, daz ir die handlungvon der slacht 3 und desgleichen von Kueffstain schreibet undanzaiget, wie ir wol zu tun wißt, doch nit anders, dann wie diebaid an inen selbst ergangen seien; dann beid sachen sein aninen selbst hochloblich und erlich genueg, also daz nit not ist,über den text kain glos zu machen. Daneben ist ku. Mt. befelch,daz ir auch anzaiget, daz S. Mt. noch für und für far, der hoffnung,vil erlichs und guets auszurichten. Daz ir dan alles mit pestenfuegen wol wißt anzuzaigen. . . .*
Ferrer tue ich euch zu wissen, daz eur sach bei ku. Mt. bisin 300 gülden ausgericht ist, massen Villinger 6 und ich euchbei nechster potschaft clerlichen anzaigen wellen.
Damit tue ich mich euch befelhen also, daz ir mich schiermit ainem frummen weib versehet, die mir und ich ir gemes sei,als der meins bedunkens zu Augspurg wol weren. So wil ichwarlich die puebenschuech als ferr von mir werfen, als ir tanhabt. Das schreib ich euch in sunderm hohem und gehaimenvertrauen und tue mich euch in allen Sachen befelhen.
Dat. vor Kueffstain im veld den 19.tag octobris annoDomini etc.4.
Ku. Mt. wurdet sich morgen hie erheben und auf Rosen-haim ziehen. E. W. Blasi Höltzl.
1 Am 17. Okt. 2 Nicht erhalten.
3 Die in Nr. 19 und 20 bereits erwähnte „Böhmenscliladit" vom 12. Sept.
1 Die ausgelassene Stelle enthält die Bitte Hölzls um Übermittlung einerGeldsumme an ihn durch den Fuggersclien Faktor Hans Suiter in Innsbruckund um Verwahrung seiner in Augsburg zurückgelassenen Wertsadien.
5 Der damalige Hofkammerbuchhalter, späterkaiserl. GeneralsdiatzmeisterJakob Villinger. Vgl. über ihn Ulmann 1 S. 819ff.; Kalkoff S. 129ff.