Nr. 6. 1498 August 14. YI
haben merken lassen, wann ich bei mein herren, so fast daran,den anzunemen, als ich darwider gewesen, so wären mein herren,auch ander stett, ir anhenger, 1 langst darin. Wiewol nun sollichsan mir nit glegen und meinthalben das, das mich für das pestansichet, schuldig pin zu raten, so möcht mir doch für anderden schwären mandaten 2 nach und den leufen, so vor äugensein, an vill enden und orten mit vill untreu und behendigkaitetwas für ander zugericht werden oder begegnen, das mir undmein verwandten zu nachtail raichen möcht. Auf sollichs hab ichitz mit dem Lachaymer 11 red gehabt, mir etwas an euch vergreifen
geschlossenen Schwäbischen Bunde von vornherein nur gezwungen beigetretenund 1496 — einem gemessenen Befehl Maximilians vom 15. Juli d. J. ent-gegen — der ersten Verlängerung des Bundes auf weitere drei Jahre fern-geblieben, weil die Satzungen zuungunsten der städtisdien Mitglieder ab-geändert worden waren. Die gleiche ablehnende Haltung beobachtete dieStadt — damals vertreten durch Peutinger; vgl. Augsburg, StA: Baumeister-buch 1498 fol. 43r — auf dem Ulmer Städtetag vom 3. Mai 1498 gegenüberdem Verlangen Maximilians, den Bund abermals auf 12 Jahre zu erstrecken.Selbst als ein königlidies Mandat vom 28. Juni 1498 allen früheren Bundes-gliedern die Annahme der Einung bei der Strafe der Acht befahl, versuchteAugsburg mit sieben andern Städten auf einem an Laurenzi (10. Aug.) inUlm abgehaltenen Bundestage seinen Beitritt von der Bedingung abhängigzu madien, daß die ursprünglichen Satzungen wieder in Kraft träten, wurdeindes durdi die unnadigiebige Haltung der königlidien Kommissare, dieauf unveränderter Annahme der neuen Bundesartikel bestanden, sdüießlichdoch gezwungen, sidi Jn Gottes Namen" einstweilen zu untersdireiben. SeinenWiderstand gab es aber damit noch nidit völlig auf, sondern verabredetemit seinen Gesinnungsgenossen auf den 14. Sept. eine Protestversammlungnadi Dinkelsbühl. Dies ist der Tatbestand (vgl. dazu Ktüpfel 1 S. 30f. 37f.48. 256f.; Hist. Tasdienbuch 6. Folge 2 [1883] S. 127; 3 [1884] S. 93ff.), dendas Schreiben Gossembrots, damals als Vertreter der Gesdilediter zum 8. MaleBürgermeister von Augsburg (Langenmantel, Historie des Regiments in ...Augspurg [1725/ S. 55), voraussetzt.
1 Es waren Reutlingen, Sdiwäbisdi-Hall, Heilbronn, Dinkelsbühl, Wimpfen,Kaufbeuren und Donauwörth; Klüpfel 1 S. 257.
* Das S. 16 Anm. 3 erwähnte Mandat Maximilians vom 28. Juni 1498.
8 Joh. Laudiaymer war Schreiber in der städtisdien Kanzlei; als soldiererwähnt in den Augsburger Baumeisterbüdiern von 1497 (fol. 65') und 1498(fol. 73r). An ihn hatte sich Gossembrot gewendet, weil Peutinger damalsals Vertreter der Städte Augsburg, Sdiwäbisdi-Hall, Rothenburg, Heilbronn,Wimpfen. Kaufbeuren und Donauwörth auf dem Reichstage von Freiburgweilte. Aus einer von Peutinger verfaßten Darstellung der Verhandlungendieses Tages (Augsburg, StB; cod. 2» Aug. 385) geht hervor, daß er amKönig, Peutingers Briefwechsel 2