634 Letzter .Streit der Stadt mit der Pfaffheit.
wüst nymant, was zum andern mal besehenen mocht. Bleibe man beim, vorigenVertrag, so höre der ewige Zank niclit auf. Die Wormser kirnten aber den Vorschlagwegen des dreifachen Ruths ab, sie müssten auf Gott vertrauen, was folgen werde.Darauf sprach der Hofmeister: Liben herren! bedenckt euch basz. Was ist euch5 an dem dreifachen rat beschwerlich, wan ir drissig und sechs personen hettet zudem gemeynen rat; ob schon im dritten jar zwolff aus inen nit gebraucht, wurdensie doch das ander jar wider urab gebraucht und kernen keyne andre, dwill sielebten, an ir stat, sunder pliben die drissig und sechs personen als lang sie lebtenunverändert ratspersonen, allein das im dritten jar zwolff personen feyerten und
10 nit gebraucht wurden. Darauf baten die Wormser, die Pfaffheit daran zu erinnern,was gutes inen von denen von Worms geschehen und sunderlich in der nechst ver-gangen pewrischen auffrur, do alle oberkeit gemeinlich von iren unterthanen inververlikeit gestanden sein, das man dennocht über inen gehalten, das nymantleids oder sunderlicher schaden an leib und gut gescheh. Was aber des Vertrags
15 halben der zeit mit inen gehandelt, were inen von höchsten zu gutem geschehen,dann man den gemeynen man stillen und einen grossem unrat, so sunst wol ent-sten hat mögen, damit zu verkomen. Alan het sie auch getreulich geschützt undgeschirmt so vil ymer möglich gewesen wer und die armen burgerschafft umb irentwillen mit wachen und hut tag und nacht beschwert. Es het auch ein erbarer rat
2u ein merglich uncosten müssen leiden mit bestellung wachen und hüten, der mansunst wol emberen mögen und dannocht die pfaffheit umb ainich hilft' oder steuerzu solichen als in andern stetten, do sie hotten der oberkeit umb bestellung knechtund anders ein mergliches gelt geben müssen geschehen, wir nyo angesucht. Daranhet ein erbarer rat der gemeynen burgerschafft an dem melungelt an einem iglichen
26 malter korns oder meels vier pfenig, umb das man sie bey gutem willen behalten
mocht, abgestelt, das dan der stat an irem jerlichen einkomen ob vierhundert gülden
zu nachteil reichen. Zu dem het ein erbarer rat disz jars ir pfingstmesz auch nit
gehalten, das der stat auch zum wenigsten zwey oder dryhundert gülden schadet.
Dankbarheit dürfe man von Pfaffen nicht erwarten; besonders sei Herr Wilhelm
80 von Stockheim scholastieus so neidisch gegen Worms, das er inen auch die äugen do-mit er sie ansehen solt vergönnet.
Darauf erwiderte der Hofmeister: Lieben herren! ir sehet wie die Sachen steen;wir gedencken auch allcrloy und ich wil euch mit guten runden worten sagen, dasdie pfaffen meins achtens hertzog Heinrichen zum bistuinb nit mehr beruften hetten,
35 wo sie in frieden gestanden und sein entberen mögen hetten, das er inen ir sachenhulff vertragen. Kr bitte die Gefährlichkeit der Zeit zu bedenken, . . . dan do mustf'riden sein oder ein teil den andern aufspeisen. Nu wer aber ein weter am himell,wie sie wüsten, es ging hin. wo es wolt, und wüsten solche so gewiszlich . . . dander kaiser, dem die kurfuvsten und fursten hoch verpflichtet weren und ine nit
4o lassen konten, wolt entweder zu grünt gen oder es must ein anders in der Teutschennacion werden, entweder das alt pleiben oder du newe vergeen oder das newepleiben und alt vergeen. Nu wer es ye wäre, das die üppigen prediger die pawernauffrurig gemacht hetten, well dafür, es feiet in den stetten unter den burgernauch nit. Nu lieffen dennoch teglich die pawern auf dem lande ... in die stat
45 Worms predig zu hören und wie woll davon geredet worden, das man sie darübererstechen wolt lassen, haben wir aber bis/, naher und sunderlich umb des willen,das man nit sagen mocht, man wolt sie von dem wort gottes bringen, bisz anherounverlossen (V) worden; wir wüsten aber, was noch geschehen mocht. Es werenzu Worms allerley prediger 1 , denen das volck nachlicffen, was aber darausz ent-
5i) standen wer, het man gesellen, die pawern weren erstochen und stund noch gof'er-lich allenthalben und wer ein grosze weter am himell, man kan es ye nit wolleiden. Die geistliehen klagen auch sunderlich über die Prediger zu Worms, dassie sie teglich mit . . . smehen schelten und sehenden angriffen; das wer inen auchbeschwerlich. »So weren auch in Worms vil entlauffen monch und pfaffen, die das
55 volck vergifften und wer zu besorgen, das auff dem itzigen reichstag* durch hertzogFerdinandum und ander der k. mt. rete und befelhabern umb ein tapffers einsehensdarausz dan vil unrats, den man itzt villeicht nit bedacht, erwachsen mocht.
Darum soll man sicli zum Frieden schicken. Der Ghurfi'vrst will den Friedenin dieser Gegend, es ging in andern landen wie es wolt, wann nur hie friden ge-
1 Ulrich Prea, Johann Freiherr, Jacob Kaute, Ludwig Hetzer, Johann Denckund Melchim Hink zum Theil der wiedertäuferischen Ttichtuni) angeherrig, s. A. Beckerl c. p. Ulf. ■>■ Zu Spcier.