606 Der Einritt des Bischofs Johannes von Dalberg in Worms.
bischovo und fursten und hern empfaen als gewonlich ist und den eyt noinenvon dem bischove und den bestottigungsbriff der stat fryhcit etc. und die-selben rathern haben ir kneebt iglicher eynen, der uff ine wartet.
[38] Item so der bischove inrydt sol man sich mit ime eygentlich6 underreden der stunde, das man nit lange dorff halten im felde und wartenumb der fursten und hern willen, die mit ime inryden.
Item ist gewonlich, das der bischove zu Mentzcr pforten inrydt, soryden ime des ratsfrunde entgegen für die stat bisz an die steyn brückenby der Wisenmulen; da bliben der stat ruter und die von Spier halten; so
in ryden die alten rathern über die steynbrucken bisz zu dem bischove und em-pfaen ine und die fursten mit ime mit hubszen zimlichen Worten und wünschenime glucks und bitten ine ein gnediger her zusin und dem rate und stat irfryhcit recht und herkommen zubestetten und zuthun als gewonlich undherkommen ist, was dann burgermeistcr und rate ime widdertun sollen, sind
u sie aucli gutwillig. Daruff bort man des bischoffs antwurt und empfaet a vonime den eyt und bestettigungsbrieff der stat fryheit, denselben brilT liset dannder statschriber und so der briff gelesen ist, sagen des ratsfrunde zuchtlicl |:Gnediger herr! Nach altem rechten und herkommen hat uns der rat be-volhen den eyt zu empfaen, den sol der statschriber uwern gnaden staben.
so Daruff stabt er den eyt und legt der bischove zwen finger uff sin linck biust
und spricht dem statschriber nach also was der verlesen briff inhelt: das
wollen wir stet und vest halten getrulich und ungeverlich, als uns got helne
und die heiligen! Daruff danckt man dem bischove und rydt dann in die stat.
[39] Item so man im felde den bischove empfangen und er gesworen
js hat, ryt man in die stat also: zuerst ryden des ratsknecht vire, ye zwen undzwen, darnach die von Spier ye zwen und zwen, darnach der stat sydenbannir mit der stat wappen gemalt, das bevilhet man einem redlichen jungenralman oder burger; nach dem bannir ryden b unser frunde von Worms OBharnasch gerust und darnach die alten rathern; darnach der fursten und
ao hern marschalk als furtreber", darnach pfilfcr und trompeter, darnach diefursten selhs und der bischove, darnach der houffe ruter gemeynlich. ' nsolcher ordenung rydt man bisz für des bischofs sale; da stet der bischoveund die fursten abe vor sant Steffans cappelln, deszglich die alten rathern'Da dringt man sich umb des bischoffs pfert, daruff er ingeritten ist l , und so
35 der bischoff vom pferdc kompt, get er in die cappellen und dut sich UWund dut sin habitum an als eyn bischove. So kommen zu ime die pfaHhcnund furen ine in thum in den chore, da singt man Te deum laudamus, desz-glichen geen die fursten auch mit dem bischove und vor dem bischove allei"riehst geen die alten rathern bisz in die kirch. Es ist auch vorzyten gewon-
40 heit gewest, das vire rathern den hymmel oder belcken d trugen, dariindeider bischoff ginge, aber das geschach jetzunt nit, sunder vire ritter deten das .hetle man es aber den bischove vor underricht und begert, es were vilh (; "
a ) IT», empf'et. '•) der stat. syden — bannir ryden am Bond*. °/ ft
fnrtrober obeii hineinleorriyiert. •') oder b. am Hände.
1 .f. u. p. 332, 28/}., 694, 29 ff'. ' f. o.p. 694, 88ff.