536 Tagebuch des Reinhart Noltz.
Don andern tag frühe käme dem rat ein schritt vom landvogt vonHagcnaw, dasz ein rat sich rüsten solt und schicken mit lüten hüchsen undwas zum feldzug not were uf witcr Verkündigung* uszuziehen als schirm«verwandten des husz von Oesterrich, auch onverzuglich vom rat dahin zu
9 schicken zu raten und helfen die wi/46'2/derwcrtigen des bundes zuwider
wenden und zu begegnen. Daruf der rat zwei personen mit knechten schickt,
auch mit anzeig allerhand anfechtens und beschwerden eim 1 ' rat von der
Pfaltz zustehende.
». Nov. Item zwen tag vor Martini kamen dem rat des abends mit zutunde der
10 pforten zwen brief vom cardinal, in denen hinfüro angezeigt ward 0 , wie sinwürden den abend dafüro gen Mentz kommen were, mit beger des rats bol-schaft förderlich im zuzuschicken l und im allein zu ver/463/trauen in demirrtumbe zwischen der pfaffheit und statt, nachdem hertzog Friederich vonSachsen so kurtz zum handel nit tuen mocht und sin des cardinals gelcgen-
15 heit nit were in diesen landen zu verharren, oder aber zu graf Adolfen von
Nassaw der zit herren zu Wiesbaden in statt des hertzogen zu compromit-
tiren; der d was ein alter kammerrichtcr 0 , am kgl. hofe allwegen von anfang
in diesem handel wider die statt, oder in dem bischof von Mentz, erwälten
37. Sept. der zit uf Cosmac und Damiani, der custer [464] und domherr hie gewesen
20 und noch was und capitän des kriegs, und auch sin bruder domdechant hie
zu Worms, was genant Erpho f von Gemmingen, uf diese stund uf dem 8
wege gen Romc sinem bruder Uriel 1 ' erwälten zu Mentz sin pallium zu
holen. Was frommer erbarer beger das was von dem cardinal und was im
li.Noe. ZU antwort gefallen sie, findestu hernach geschrieben; dan uf s. Martins
st tag der rat ein dapfer botschaft zum cardinal gen Mentz schickt, witer mitdem cardi/465/nal zu reden.
a ) IIa. verkhunde. '■) IIa. ein — zustehende. c ) 1h. cardinal hinfüro
angezeigt. d ) Ha. dz. e ) Ha. alt eammer zoll. { ) IIa. Erpfo. e) Ha.
den. 1') Ha. Ürill.
30 eilenden reichstag nach Worms ausgeschrieben. Er wird dann auf den 10. Augusterstreckt wegen seines Krieges mit Venedig und den Franzosen. Am 14. Juli erstreckter den Iieiclistag nochmals auf den 1. November. Am 23. Oktober ersuchen die Schwä-bischen Bundesstädte den Math zu Frankfurt, dass er laut dem Atischied des Städte-tages zu Speier für ein gemeinsames Vorgehen der Städte auf dem Reichstage in Worms
35 Sorge trage. Am 7. Dez. antwortet Worms auf eine Anfrage Frankfurts wegen desReichstags: Daruff fugen wir ewer liebde zu wissen, das Koni. k. may. unser aller-gnedigster her uns kurtzlich geschriben hat, das der auszgeschriben reichsdag seinenfurgang haben und sein. may. ir rethe daruff fertigen, auch sich furdern woll i neigner person hernach zu komen, mit bevelh, das wir solichs allen stenden, so by
40 uns einkeren, verkünden, des also hie zu gewarten. Daruff auch etlicher stendebotschafften hie liegen. Es haben auch keys. may. und andere churfurston furstonund stende des h. reichs ir furier hergeschickt für merglieh anzal zu ros und fusherberg verfangen und sein des noch teglich in steter arbeit. Darab wir gentzlichabnemen, dafür haben und nit anders wissen, dann das obgemelter auszgeschriben
45 reichsdag seinen furgang und wureklicheit erreichen werde. Janssen l. c. II, 746—748nr. 940—942. 944. 945. 947.
1 Am 7. Nov. seil/rieb Meister Hans Winckler des compromisz notarius *•Worms im Auftrag des Kardinals, der Math solle Botscluift zum Kardinal nach Mainzschicken. Band nr. 1928. Der Math erbat sich darauf am 8. Nov. von Frankfurt den
so Beistand des Advokaten Dr. Adam Ileimbacli. Band nr. 1939.