378 Tagebuch des Reinhart Noltz.
hinustragcn, auch das belcklin, aber der konig wolte nicht darunter riten,doch musten wir es vor im tragen bis in sin hcrherg in des bischofs hof.Und trug ich Reinhard Noltz das belcklin dieszmals mit Jürgen Bruncn undandern ratsfrunden mit einem ort die Schlosser gass ritt der konig heruf.i Also giengen des rats frundc mit dem konig bisz in den hof an die steinernsteig, da sasz der konig ab und also scheiden wir [28] auch und lachtenuns schlafen. Von der schenck, so konig und konigin geschehen ist, findestuklärlich bi dem rat beschrieben 1 . Aber damit du auch davon wissest, sowurden in beiden geschenckt vier fuder wins, jedem ein firnes und ein
10 newes, und waren in acht newe fasz halbfuderig uf acht karren gelegt, undhundert und zwantzig malter habern uf karren, jedem 60 maltcr, undfüreten die futermeister den haber, ee der konig herin quamc, und folgeteim auch, dan es wolt nit anders sin, darzu [29] schenckt man in beidekuchen der kön. mayestat bi die viertzig stück fisch hecht und karpen, auch
15 etlich salmcn, darin die konigin grosz gefallens hat, als* man desfals davonredt; und nachmittag der konigin ein silbern vergülten schauer 2 , was werthundert und zwantzig gülden, und hundert gar alte gülden darin; deszglichender konig auch einen, kost uf anderthalb hundert gülden, aber nichts darin 3 ;deszglichen, aber nit so kostlich, schankt auch der bischof und gemeine
20 pfaffheit uf dasselbe mal jede besonder. Und als des mor/SOjgens von derkön. mayestat begehret was siner gnaden huldigung vom rat und gemeindezu tuen, liesz es ein rat mereken, dasz es geschickt und zugericht wäre undalle menschen gutwillig und darzu begierig, doch dasz ein kon. mayestat eimrat so gnedig were und solch huldigung uf dem platz uf der nuwen Möntz
25 empfangen wolt, dahin auch die gemein bescheiden were, so man die hoife-glock luten würde; und wie der bischof und die pfaffen darwider fast arbeitetenmit allem [81] flisz, so nochdem solch huldigung Römischen kaiser undkonigen allwegen vormals uf des bischofs sal geschehen was, liesz sich diekön. mayestat solches alles nit irren und ritt herab uf die newe Möntz, da
30 es für war fast zierlich und kostlich zugericht was, und wiewol die gemeinvormals keinem könig nie gehuldigt noch geschworen hat* und dem rat fastschwere was, so wolt oder mücht es änderst doch nit sin, dan die von Spcyrhatten sich desselben jars gemeine halber uf dasselbe mal gegen der kön.mayestat gesperet 5 al/52/les Vermögens und musten es doch darnoch mit
35 grossen Ungnaden tuen. Auch hat ein rat hie uf dieselbe zit handel mitdem bischof und pfaffen, als du hievor und nachgeschrieben findest, das mansich nichts irren musz lassen, sonder dem konig zu willen werden, undwurden also us dem rat jeglicher in sin zunft bescheiden sin gesellen zu
a ) II«. und als.
40 ' Laut Acta Wormatiensia I fol. 2 h gab es ein bergamenes buch von entpfahung
keyser und kunig sagende; dieses ist leider verloren. J Grosses Trinkgefäss.
8 Etwas alnncichcnd Zorn p. luv. * Das ist nicht wahr, abgcselien von andern
Fällen verweise ich auf Dcutsclic Itcichsla/ßakten unter K. Ruprecht I p. 196 f.5 Die deutschen Freistädte wollten dem König als ihrem Herrn nicht schwören,
45 sondern blos als Oberhaupt des lieichs Geliorsam schuldig sein in lieichisachen;daraus entstanden dann mancherlei Irrungen,, vgl. die Marc Darstellunn A. Heaslers,Verfassungsgeschichte der Stadt Hasel p. 310 ff.