XLVI Einleitung.
zwei Typen städtischer Siegel, nämlich Tafel I, 1 s. Petrus mit demSchlüssel in der rechten Hand und der Bibel in der linken Hand aufder Kathedra sitzend. Die äufsere Umschrift lautet:
f TE. SIT. TYTA. BONO. WORMACIA. PETRE. PATRONO.Inschrift auf der Nische, in der der h. Petrus sitzt:
SEMPER. ERIS. CLYPEO. GENS. MEA. TVTA. MEO.Dieses Siegel wird bis 1500 gebraucht. Daneben erscheint seit 1321ein Sekretsiegel, ÜB. II, nr. 102. Was Arnold darüber bemerkt istgleichfalls unbegründet. Über Sekretsiegel s. nun Brefslau, Handbuchder Urkundenlehre I, 946 ff. Das Sekretsiegel der Stadt Worms Abbild,nr. 2 weicht nur wenig vom grofsen Siegel in der Zeichnung ab. Dieinnere Umschrift fehlt; die äufsere lautet:
t SIGILLUM. SECRETI. CIV1YM. WORMACIENSIVM.
Meistens ist dieses Siegel der Batsurkunde (s. darüber IIB. IIp. X) angehängt. Auch das Siegel des weltlichen Gerichts, s. ÜB. IIp. Xf., zeigt den h. Petrus, s. Abbild, nr. 5. Umschrift:
f SIGILLVM. IVDICII. SECVLARIS. CIVITATIS. WORM.
Zum erstenmal erscheint dieses Siegel 1360, ÜB. II nr. 551.Wahrscheinlich infolge der Pachtung von 1366 durfte das städtischeGericht nicht mehr mit seinem Siegel siegeln, sondern der Schultheißsiegelte fortan, s. ÜB. II nr. 641. 642. 646 etc. Indes 1406 kommt dasobengenannte Siegel wieder vor (Ungedruckte Urkunde im St.-A. Luzernnr. 1035). Der Gebrauch dieses Siegels wurde durch die Pachtung vomJ. 1424 abermals verboten, s. u. p. 205, 31 ff. Seitdem mufste der Schult-heifs für das Gericht siegeln (s. eine ungedruckte Urkunde vom 27. Juni1429 im St.-A. Luzern nr. 1241). Dabei blieb es bis zum neuen Streitder Stadt mit Bischof Johannes von Dalberg. Der Bischof scheint(wenigstens nach der Darstellung von Schannat) aus dem Umstand, dafsdas Stadtsiegel das Bild des h. Petrus zeigte, geschlossen zu haben, dafsihm die Jurisdiktion über die Stadt zugehöre, wogegen sich Moritz mitHecht ereifert. 1488 erhielt die Stadt vom Kaiser Friedrich III. dieFreiheit Ordnungen, Gesetze und Statuten machen zu dürfen, s. p. 565, 8 ff.1498 veröffentlichte die Stadt die Reformation, d. h. eine Kodifikation ihresStadtrechtes. Als Titelblatt ist das neue Stadtwappen beigegeben, imSchild der Schlüssel und als Wappenhalter zwei Drachen. Dieses neueWappen (Tafel II reproduziert das Titelblatt der zweiten Ausgabe derReformation vom J. 1507; beide Holzschnitte stimmen bis auf ein paarkleine Abweichungen überein) war gewissermafsen ein Protest gegen dieAnsprüche des Bischofs. Moritz l. c. p. 95 behauptet, dafs die Stadtnicht erst 1499 den Lindwurm in dem Stadtwappen geführt hätte, sondernschon im 13. Jahrhundert hätten die Consules einen Lindwurm im Siegel