Druckschrift 
Monumenta Wormatiensia : Annalen und Chroniken
Entstehung
Seite
XLV
Einzelbild herunterladen
 

Einleitung. XLV

Worms bekam. Mein Plan beansprucht hlofs den Wert einer Skizze, dasich Herr Dr. Kohl vorbehalten hat, eingehend über seine Forschungen zuberichten. Die Fränkischen Gräber konnten der Kosten wegen nichtdurch eine besondere Farbe ausgezeichnet werden; man erkennt sie indesdurch unser angewandtes Verfahren. Die zur Zeit des Mittelalters be-pflanzten Teile innerhalb der Stadt, namentlich die Weingärten, sind gleich-falls angegeben worden. Damit wird die Behauptung Kühnes schlagendwiderlegt 1 , wenn dieser meint, im 13. und 14. Jahrhundert hätten sichkeine Äcker und Weinberge innerhalb der städtischen Ringmauern be-funden. Eben so nichtig ist die Behauptung Gotheins 2 , keine der alternStädte hätte eine Ackergemarkung oder überhaupt einen nennenswertengemeinsamen Besitz aufserhalb ihrer Mauern in ihren Anfängen besessen.Leider ging es nicht an, die alten Grenzen der Wormser Pfarrgemeinden,die eine grofse Bolle in der Verfassungsgeschichte spielen, genau an-zugeben; es ist daher unterlassen worden. Alle wichtigem Gebäude sindim Plan markiert worden: u. a. auch die steinerne Treppe am Bischofs-hof, der in der Verfassung der Stadt eine grofse Bedeutung zukommt.Hingegen war es nicht möglich, die mittelalterlichen Strafsennamen in denPlan einzutragen, da sonst seine Übersichtlichkeit gelitten hätte. Aufeinen Blick übersieht man nun die ganze Bauentwicklung der StadtWorms von den ältesten Zeiten bis jetzt. Das Römische Worms decktsich mit dem mittelalterlichen. Die einmal gezogenen Strafsenlinienblieben fast unverändert bis auf den heutigen Tag. Die Stadt bildeteein längliches Rechteck, wie Mainz und Köln, das aber nur mit derNordostecke an den Rhein stößt. Denn von Speier bis nach Worms sinddie Rheinniederungen Überschwemmungsgebiet und feste menschliche An-siedlungen konnten nur auf dem vom Rhein zurückweichenden Hoch-gestade Sicherheit finden. Eben aus diesem Grunde, weil die Stadteigentlich dem Rhein abgewandt ist, konnte sie auch nie mit Mainz undKöln konkurrieren. Worms ist dagegen der Sammelpunkt eines überausfruchtbaren Hinterlandes und schon früh hat man die wirtschaftlicheBedeutung des Gaus für das Gedeihen der Stadt Worms erkannt. DiesenGedanken drückt Peter Hamann 3 mit seiner Karte der Umgegend vonWorms aus; s. hinten Tafel VI.

Städtische Siegel Tafel I und II. Über die Siegel der StadtWorms handeln Schannat I, 220 — 222 nebst Tafel VI. Moritz, Hist.<lipl. Abhandlung p. 95. XI, 125 ff. Arnold I, 305 ff. Ein städtischesSiegel wird zuerst 1198 erwähnt, ÜB. I nr. 103. Die Bemerkungen vonArnold^ sind durchaus hinfällig. Wir besitzen für die Zeit vor 1500

1 Ursprung der Stadtverfassung etc. p. 301. ' Wirtscliaftsgcschichte des

Schwarzwaldes I p, 5. ' Über diesen s. Soldan, die Zerstörung der Stadt Wurms

im J. 1689. Worms 1889. 4". p.4.