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Monumenta Wormatiensia : Annalen und Chroniken
Entstehung
Seite
XLI
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Einleitung. XL1

Extract Chronici Wormatiensis seu Diarii Reinhard Noltzens Raths-

verwandten der Stadt Worms de A°. 1493 bisz 1509.

Bx Apographo, quod est penes consultiss. virum Dn. Zach. Conrad, ab

Uffenbach, Francof. hanc fieri iusserunt copiam Proto-Consul, Consul

et Senatus Liberae Wormatiensis Reipublicac A°. 1714.

Mens. Nov. seq.

Pag. 492 nennt sich der Schreiber: L. Schrumpff scripsit. Die Ab-schrift beginnt mit dem Juni 1493 und schliefst mit dem J. 1509. An-fang und Schlufs fehlen also, auch im Texte sind grofse Lücken, nament-lich gegen das Ende. Noltz verweist oft auf das fobjende mit den Worten:Was furter darus wirdt, findestu hernach geschrieben. Allein wir er-fahren dann doch nichts von dem, was Noltz zu berichten versprochenhat. Die. Schuld liegt nicht beim Abschreiber, sondern schon bei derVorlage, eben jenes Apographum in der Uffenbachschcn Bibliothek inFrankfurt. Diese Kopie mufs sich enge an die Vorlage angelehnt haben,sie geht vielleicht direkt auf das Original zurück. Die ursprünglichenSprachformen schimmern z. T. selbst noch durch die schlechte Kopie hin-durch, z. B. die in Worms im 15. Jahrhundert gebräuchliche Bezeichnungdes langen Vokals durch ein nachgesetztes i oder o z. B. rait etc. Alleinjenes Apograph mufs in einem schlechten Zustand gewesen sein, vielleichtstark beschädigt, wenigstens war Schrumpf nicht immer im stände, dieVorlage richtig zu lesen, er läfst dann ganze Sätze aus und bezeichnet

solche Auslassungen mit -------—. Leider hat dieser Mann bei seiner

Abschreibearbeit den Kopf anderswo spazieren lassen, daher läfst sichder Unsinn erklären, den er oft genug bietet. Namen und Zahlen giebter vielfach entstellt wieder, und er hat sich nicht gescheut, beim Ab-schreiben die Sprache zu modernisieren. Von einem blofsen Abdruckdieser Vorlage konnte also keine liede sein. Zunächst galt es, genaueKenntnis der in diesem Tagebuch erwähnten Personen und Thatsachenzu klangen. Zu diesem Zwecke habe ich in den Sommermonaten 1886,1888, 1890 und 1892 die gesammten Bestände des Stadtarchivs, welcheMöglicherweise Material für die Jahre 1480 — 1525 enthalten konnten,über 1000 Bände — genau durchgeforscht und excerpiert. Dadurchgewann ich hauptsächlich für die Jahre 1483—1509 eine genügendeGrundlage für die Rekonstruktion des Textes. Erst später fand iche H eigenhändige Briefe 11. Noltz\ Diese gewährten einen erwünschtenAnhalt für seine Schreibweise; er schrieb den pfälzischen Dialekt. Alleindiese Briefe genügten doch nicht, um den Text danach gestalten zukönnen. Ich habe den Text überall auf die alamannisch-ober fränkischeMutstufe zurückgeführt und damit die häfsliche Mischung von dialck-ischcn und hochdeutschen Sprachformen beseitigt. Um den kritischenApparat nicht allzusehr anzuschwellen, habe ich blofsc orthographische