Einleitung-. XXXIX
Band I—III1487—1501, ferner Bruchstücke aus dem Jahre 1513, 404 SS.die Monate Sept. — Okt. betreffend. Hs. B der Zornschen Chronik giebtsodann eine Notiz zum Jahre 1503 aus den Acta und die Hs. 8 (2 derAnnalen) teilt daraus zum Jahr 1515 ein Lied auf Franz von Sickingenmit, s. o.p. XVI f. Die ganze Tendenz dieser Geschichtschreibung zeigtsich gleich am Eingang. Die Türken verwüsten die Österreichischen Erb-lande und der Kaiser ruft das Reich zur Hilfe auf. Auch Worms wirdangeschlagen, schickt aber weder Mannschaft noch Geld. Zur Ver-antwortung vorgeladen, entschuldigt sich die Stadt mit der Bedrängnisdurch den Bischof, die Stadt sei verarmt. Vorher habe man dem Kaiserzweitausend Mann aus zwei Kirchspielen zur Hilfe schicken können, jetztaus der ganzen Stadt nicht einmal mehr die Hälfte. Nur wenn derKaiser Worms vor dem Bischof rette, vermöge die Stadt wie vormals demKaiser und Reich zu dienen. Dieses Motiv schlingt sich wie ein roterFaden durch diese ganze offizielle Geschichtschreibung. Diese Actaatmen durchaus patriotische Gesinnung und Hafs gegen die Pfafflieit.Der Verfasser betrachtet mit Recht den Streit zwischen der Stadt undihrem Bischof als einen Brinzipienkampf. Die Bischöfe am Rhein haltenalle zusammen, um die freien Städte zu unterdrücken, die doch immerihr Bestes für Kaiser und Reich gethan haben. Das Schicksal vonMainz und Bopparä steht Worms immer drohend vor Augen, deshalbhört es nicht auf die Lockungen des Bischofs. Darum klammert essich an den Kaiser. Die Wormser wissen gar wohl, wie schwach diekaiserliche Macht ist, aber als Erzherzog von Österreich und Herzog vonBurgund ist Maximilian doch wieder allen andern Fürsten überlegen.Darum begeben sie sich in den Österreichischen Schirm. Sie glauben festan die Gerechtigkeit ihrer Sache und obwohl sie die WankclmütigkeitMaximilians hinlänglich kannten, vertrauten sie doch seinem Wohlwollenund auf die Wirkungen ihrer guten Weine, die sie überall mitschleppen.In der That wollte Maximilian Worms weder in die Hände des Bischofsnoch in die des Pfalzgrafen fallen lassen, auch war er der Stadt Dankschuldig für die grofsen Opfer, welche sie ihm gebracht hatte, indem sieWl und seine Gemahlin längere Zeit erhalten mufstc. Auch der Land-graf von Hessen hatte ein bedeutendes Interesse daran, dafs Worms nichtPfälzisch oder, was ziemlich dasfelbe war, bischöflich wurde. Darumgewährte er der Stadt im Bayrischen Krieg einen Rückhalt. Diese Actasind eine höchst wichtige Quelle für die Geschichte zur Zeit Maximilians.Wert wird durch die Einfügung der einschlägigen Urkunden, Aktenund Briefe erhöht. Freilich von einem vollständigen Abdruck konnte
eme Rede sein, da niemandem mit der wörtlichen Wiedergabe der weit-Sc hweifigen Verhandlungen, Notariatsinstrumente etc. gedient wäre. Ich
-abe daher die Form des Referats gewählt, mit möglichster Anlehnungan den Wortlaut des Originals.