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Monumenta Wormatiensia : Annalen und Chroniken
Entstehung
Seite
XXXVII
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Einleitung. XXXVH

schlechtem ebenbärtig. Aber er scheint ein Mann des Fortschritts ge-wesen zu sein und teilte die aristokratischen Neigungen seiner Genossennicht, er Uefa sich vielmehr von der Gemeinde 1489 als XVI. in den Batwählen. Dagegen protestierten die Hausgenossen als gegen einen Abfall, dennaus ihnen wurde hauptsächlich der IX. Rat entnommen, der das stabilearistokratische Element in der Wormser Verfassung repräsentierte. DieZunftpartei errang einen vollständigen Sieg über die aristokratisch-oischof liehe, indem es dem Adam von Schwechenheim glückte, vom KaiserFriedrich III. am 11. Des. 1488 und 28. Juni 1491 zwei Urkunden zuerhalten, wodurch die Vorrechte der Hausgenossen aufgehoben und ihreMitglieder in die Zünfte eingegliedert wurden; ihr Gesellschafts- und

Geschäftshaus, die Münze, verkauften sie dem Bäte, der daraus ein neuesBathaus machte. 1490 wurde Noltz, der im Haus zur alten Mühlenan der Kämmerergasse wohnte, Schultheifs, 1495, 1496, 1505 und 1516war er Bürgermeister. Fr übte im Bäte einen überwiegenden Einflufs ausund behandelte seine Kollegen mit unverhehlter Überlegenheit 1 ; selbst diefünfjährige Periode, in der er erblindet war, scheint seine TMtigkeitnicht allzusehr gemindert zu haben. Am 20. Sept. 1502 stach ihm einArzt aus dem Elsafs, Meister Philipp, glücklich den Star. Fs bedurftedamals Mut und Zuversicht, um das von allen Seiten bedrängte Wormsglücklieh durch die Stürme zu führen 2 . Namentlich kritisch wurde dieLage im pfälzischen Kriege von 1504, wo die Stadt einerseits den Könignicht erzürnen, andrerseits auch den Pfalzgrafcn nicht verletzen durfte.Sic leonnte eine leidliche Neutralität bewahren. 1509 kam es zwischen

ladt und Pfaffheit zu einem Kompromifs, der aber beide Teile nicht^friedigte und der Streit begann von neuem. Auf dem Reichstag zuTrier (Mai 1512) war Noltz wieder für die Stadt thätig. Damals suchteman den heiligen Bock, der einige Zeit nicht aufzufinden war. Am Pfingst-montag (31. Mai) wurde er allem VolJce gezeigt; das Heiligtum war zwaru nter Glas, allein infolge des Andrangs, über 20000 Menschen waren in

ner, wurde das Glas zerbrochen 3 . Die Zünfte hatten bisher getreu zum

ate gehalten, der, um enge Fühlung mit dem Volke zu bewahren, periodisch

n grofsen Bat, d. h. die Hundert aus den Zünften, zusammenberief, ihm

u er den Stand der Dinge Mitteilungen machte und sich zuweilen ein Zu-

rauensvotum erteilen liefs. Allein dessenungeachtet wuchs die Gärung

uner dem untern Volke, der Erwerb stockte, seitdem die vornehme Geist-

«eit und der Bischof nicht mehr in Worms waren; die Agenten des

«.scäo/s wühlten und es entstand eine radikale bischöfliche Partei, welche

13 einen Aufruhr machte und den Bat vertrieb 4 . Noltz teilte getreulich

a^Elend der Verbannung, bis es der Thaikraft des Rates mit Hufe des

521 ro tr semc Briefe. « g, das schön du r c h ge f ührt« Bild vom Staatsschiff u. p.

> ff- J s. St.-A. W. Band nr. l'J2'J. * s. lioos, Franz von Skkingen l. c. p. 398 ff.