1146 IV. Vollzug der Immatrikulation.
zu Zeit in ein besonderes, zum Gebrauch des Rektors undStudienpräfekten, wohl auch der Professoren dienendes Ver-zeichnis eingeschrieben. Daher in der Matrikel öftersdie Bemerkung: lnscripti oder Huc usque inscripti, wassich nicht auf die Inskription in der Matrikel, sondern aufdie eben vorher erwähnte Inskription in dem Schülerver-zeichnis bezieht. Dies erhellt nach seiner negativen Seiteaus der Randbemerkung zu 1635, 36. 37: Nondum suntinscripti. In der Matrikel sind ja die Betreffenden wirk-lich inskribiert. Nach seiner positiven Seite aus 1611, 34.35 (Anm. a): Inscripti catalogo; 1615, 185: Huc usque in-scripti P. rectoris catalogo; 1615, 195: Huc usque meo(des Studienpräfekten) et P. rectoris catalogo inscripti. Eswurden zwar am Anfang des Schuljahrs, wie wir gesellen(S. 1134), auf Grund der Einschreibungen für die Lektionenbereits Schülerverzeichnisse angelegt, allein da während desganzen Jahres neue Schüler ankamen und somit die Im-matrikulationen immer fortdauerten, so mußten die früherenVerzeichnisse stets ergänzt werden.
Die Immatrikulation kann an und für sich auf zwei-fache Weise stattfinden: Entweder so, daß der Studie-rende selbst seinen Namen einschreibt — der seltenereFall — oder so, daß der Name (mit Zubehör) vom In-skribierenden eingetragen wird, sei es unmittelbar, oderso, daß der Name zuerst auf ein eigenes Blatt geschriebenund später in die Matrikel übertragen wird 1 ). Daß dieStudierenden sich in Dillingen selbst eintrugen, ist ausge-schlossen ; denn in diesem Falle müßte jeder Name einenbesonderen Schriftzug aufweisen. Dies ist aber keineswegsso. Von den beiden anderen Fällen trifft der letztere fürDillingen zu, d. h. die Namen wurden zuerst provisorischaufgezeichnet und dann in die Matrikel eingetragen. Da-für haben wir zwar keinen direkten Beweis, etwa die Ur
') Vgl.Eulenburg, Die Frequenz der deutschen Universitäten,Leipz. 1904 Mayer, Die Matrikel der Universität Freiburg i. Br. I(1907) LV1I. In Kiel, Duisburg, Altdorf, Paderborn, Straßburg (im17. Jahrb.) schrieben sich die Studenten selbst ein.