1122 1. Beschreibung der Matrikel.
rles Abschreibers, wieder andere sind tatsächlich Irrtümer,mögen sie auf seiten des Inskriptors oder des zu Imma-trikulierenden oder des Abschreibers vorgekommen sein.Dieser Erklärungsversuch hat auch für das folgende seineBerechtigung.
Abgesehen von solchen Feldern herrscht in der Schrei-bung der Personen und Ortsnamen eine große Will-kürlichkeit. Nicht bloß daß die verschiedenen Quellen(Matrikel, Promotionskataloge, Acta Universitatis [Diarium],Schüler- und Konviktoren Verzeichnisse, Liber testimoniorum)die Namen ungleich wiedergeben, so weist auch die näm-liche Quelle abweichende Formen auf, sogar bei einemund demselben Eintrag, wenn es sich' etwa um zwei Brüderoder um Sohn und Vater handelt
Dieser Tatbestand soll nun durch einige Beispiele er-läutert werden. Es kommen hauptsächlich folgende Fällevor. Einfache und Doppelsetzung eines Vokals, Verwech-selung ähnlich lautender Vokale und Diphthongen: Hassund Haas (1624, 84), Breeg und Breg (1625, 21), Gäm-mingen (1604, 195), sonst Gemmingen, Span und Spon(1568, 65), Epfingensis und Aepfingensis (1623, 90), Jegerund Jäger (1552—55, 78), Federer und Föderer (1663, 79),Kinig und Künig (1581, 114), Griph und Gryph (1608,154), Sirchenstain (1682, 43), sonst Syrchenstain, Wormund Wurm (1581, 11), Künigseck und Königseck (1617,108), Scbüz und Schiz (1664, 37), Buel und Buol (1556,48), Mysing und Müsing (1690, 68), Stain und Stein sowiedie Zusammensetzungen wie Stainheim und Steinheim (sehrhäufig), Eislinganus und Aislinganus (1591, 55), Spannayund Spanney (1620, 68), Frey und Frei (1605, 81), Scheif-ler und Scheufier (1668, 93). Verwechselung ähnlich lau-tender Konsonanten: Brucker und Pruckerus (1557, 8),Waldman und Waltman (1686, 37), Tanner und Danner(1587, 128), Zech und Zeck (1594, 76), Freiberch (1590,12), sonst Freiberg, Egolfus und Egolphus (1584, 162 und1586, 14), Fesenmayr und Vesenmair (1643, 47), Greggund Greck (1652, 33), Geiserstuelensis und Keiserstulanus