II. Das Registerwerk. C. Zu den einzelnen Registern. XXV
Bestimmung der Orte. Durch die oben (S. XX) nach Ur-sache und Art gekennzeichneten Verballhornungen von Ortsnamenwird natürlich die Bestimmung der Orte mitunter unsicher oderselbst unmöglich gemacht. Ebenso auch infolge der Umbenennungmancher Orte in neuerer Zeit; nicht immer ist diese so bekanntwie bei Buchhprn=Friedrichshafen. Sehr erschwert wird die Be-stimmung der Orte dadurch, dass die Dillinger Matrikel im Gegen-satz zu den Matrikeln anderer katholischer Universitäten so gutwie nirgends das Bistum angibt, zu dem der Ort gehörte; die immer-hin häufig sich findende Angabe des Landes bietet dafür nurschwachen Ersatz, weil der geographische Bezirk viel umfang-reicher ist. So blieb eine Anzahl Orte unermittelt und bei einernoch grösseren Anzahl musste die Beziehung auf mehr als einenOrt offen gelassen werden.
Etwa, ein halbes Hundert von Orten konnte nicht ermitteltwerden, d. h. es war mir nicht möglich, die in der Matrikel über-lieferte Form ihrer Namen sicher oder nahezu sicher mit einemmodernen Ortsnamen gleichzusetzen; z. B. Anguipolensis, Bur-hensis, Susenwaldensis. Es hätten sich freilich nicht selten Ver-mutungen aufstellen lassen, etwa Vollendorfensis = Wollendorf imRegierungsbezirk Coblenz, oder Carnoviensis Silesius verhört fürTarnoviensis, eines der schlesischen Tarriau; ich habe es ver-mieden, wegen der Gefahr, von der richtigen Spur abzulenken.All diese Orte sind im Ortsregister durch Beifügung des Wörtchens..unermittelt" gekennzeichnet.
Die Möglichkeit der Beziehung eines Namens auf mehrals einen Ort ist sehr häufig da. gegeben, wo mehrere Orte dengleichen oder einen ähnlichen Namen führen (z. B. Ötting, Öttingen,Etting, Ettingen, Oetingen, Oettingen, Altötting usw.).
In solchen Fällen konnte mitunter eine Anzahl Orte vonvorneherein ausgeschieden werden als nicht in Betracht kommend,alle jene nämlich, die zur Zeit des betreffenden Eintrages schonprotestantisch waren (z. B. bei Bissingen die drei württembergischenOrte diese Namens), was freilich bei der Verschiedenheit des Zeit-punktes der Protestantisierung oft schwer festzustellen war. Übrigensist auch dann noch Vorsicht geboten; in vielen Orten hielten sichKatholiken auffallend lang, wie denn z. B. aus Bopfingen noch1609 ein Student eintraf.
Ferner ist oft der Kreis der möglichen Beziehungen schondurch die Matrikel selbst und die Kataloge eingeschränkt, indem