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liefen kräuselnde Schauer von vorn nach hinten. Herbstlich-keit, Überlebtheit schien über dem einst so farbig belebten,nun fast verlassenen Lustorte zu liegen, dessen Sand nichtmehr reinlich gehalten wurde. Ein photographischer Apparat,scheinbar herrenlos, stand auf seinem dreibeinigen Stativ amRande der See, und ein schwarzes Tuch, darüber gebreitet,flatterte klatschend im kälteren Winde.
Tadzio, mit drei oder vier Gespielen, die ihm gebliebenwaren, bewegte sich zur Rechten vor der Hütte der Seinen,und, eine Decke über den Knien, etwa in der Mitte zwischendem Meer und der Reihe der Strandhütten in seinem Liege-stuhl ruhend, sah Aschenbach ihm noch einmal zu. Das Spiel,das unbeaufsichtigt war, denn die Frauen mochten mit Reise-vorbereitungenbeschäftigt sein, schien regellos und artete aus.Jener Stämmige, im Gürtelanzug und mit schwarzem, poma-disiertem Haar, der „Jaschu“ gerufen wurde, durch einenSandwurf ins Gesicht gereizt und geblendet, zwang Tadziozum Ringkampf, der rasch mit demFall des schwächeren Schö-nen endete. Aber als ob in der Abschiedsstunde das dienendeGefühl des Geringeren sich in grausame Roheit verkehreund für eine lange Sklaverei Rache zu nehmen trachte, ließder Sieger auch dann noch nicht von dem Unterlegenen ab,sondern drückte, auf seinem Rücken kniend, dessen Gesichtso anhaltend in den Sand, daß Tadzio, ohnedies vom Kampfaußer Atem, zu ersticken drohte. Seine Versuche, den Lasten-den abzuschütteln, waren krampfhaft, sie unterblieben aufAugenblicke ganz und wiederholten sich nur noch als einZucken. Entsetzt wollte Aschenbach zur Rettung aufspringen,als der Gewalttätige endlich sein Opfer freigab. Tadzio, sehr