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Der Tod in Venedig : Novelle
Entstehung
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Trachten einzig der Schönheit, das will sagen der Einfachheit,Größe und neuen Strenge, der zweiten Unbefangenheit undder Form. Aber Form und Unbefangenheit, Phaidros, führenzum Rausch und zur Begierde, führen den Edlen vielleicht zugrauenhaftem Gefühlsfrevel, den seine eigene schöne Strengeals infam verwirft, führen zum Abgrund, zum Abgrund auchsie. Uns Dichter, sage ich, führen sie dahin, denn wir vermögennicht, uns aufzuschwingen, wir vermögen nur auszuschweifen.Und nun gehe ich, Phaidros, bleibe du hier; und erst wenndu mich nicht mehr siehst, so gehe auch du. “

Einige Tage später verließ Gustav von Aschenbach, da ersich leidend fühlte, das Bäderhotel zu späterer Morgenstunde,als gewöhnlich. Er hatte mit gewissen, nur halb körperlichenSchwindelanfällen zu kämpfen, die von einer heftig aufsteigen-den Angst begleitet waren, einem Gefühl der Ausweg-und Aus-sichtslosigkeit, von dem nicht klar wurde, ob es sich auf dieäußere Welt oder auf seine eigene Existenz bezog. In derHalle bemerkte er eine große Menge zum Transport bereit-liegenden Gepäcks, fragte einen Türhüter, wer es sei, der reise,und erhielt zur Antwort den polnischen Adelsnamen, dessener insgeheim gewärtig gewesen war. Er empfing ihn, ohne daßseine verfallenen Gesichtszüge sich verändert hätten, mit j enerkurzen Hebung des Kopfes, mit der man etwas, was man nichtzu wissen brauchte, beiläufig zur Kenntnis nimmt, und fragtenoch: „Wann?“ Man antwortete ihm: „Nach dem Lunch.“Er nickte und ging zum Meere.

Es war unwirtlich dort. Über das weite, flache Gewässer,das den Strand von der ersten gestreckten Sandbank trennte,