Der Autor der klaren und mächtigen Prosa-Epopöe vomLeben Friedrichs von Preußen; der geduldige Künstler, derin langem Fleiß den figurenreichen, so vielerlei Menschen-schicksal im Schatten einer Idee versammelnden Romantep-pich, „Maja“ mi t, Namen, wob; der Schöpfer jener starkenErzählung, die „Ein Elender“ überschrieben ist und einerganzen dankbaren Jugend die Möglichkeit sittlicher Ent-schlossenheit jenseits der tiefsten Erkenntnis zeigte; der Ver-fasser endlich (und damit sind die Werke seiner Reifezeitkurz bezeichnet) der leidenschaftlichen Abhandlung über„Geist und Kunst“, deren ordnende Kraft und antithetischeReredsamkeit ernste Beurteiler vermochte, sie unmittelbarneben Schillers Raisonnement über naive und sentimentali-sche Dichtung zu stellen: Gustav Aschenbach also war zu L.,einer Kreisstadt der Provinz Schlesien, als Sohn eines höhe-ren Justizbeamten geboren. Seine Vorfahren waren Offiziere,Richter, Verwaltungsfunktionäre gewesen, Männer, die imDienste des Königs, des Staates ihr straffes, anständig kargesLeben geführt hatten. Innigere Geistigkeit hatte sich einmal,in der Person eines Predigers, unter ihnen verkörpert; rasche-res, sinnlicheres Blut war der Familie in der vorigen Genera-tion durch die Mutter des Dichters, Tochter eines böhmischenKapellmeisters, zugekommen. Von ihr stammten die Merk-male fremder Rasse in seinem Äußern. DieVermählung dienst-
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