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Der Tod in Venedig : Novelle
Entstehung
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in schmutzigen Sackgassen und erduldete Minuten tödlicherPein, wenn er sie plötzhch in enger Passage, wo kein Aus-weichen möglich war, sich entgegenkommen sah. Dennochkann man nicht sagen, daß er litt. Haupt und Herz waren ihmtrunken, und seine Schritte folgten den Weisungen des Dä-mons, dem es Lust ist, des Menschen Vernunft und Würdeunter seine Füße zu treten.

Irgendwo nahmen Tadzio und die Seinen dann wohl eineGondel, und Aschenbach, den, während sie einstiegen, einVorbau, ein Brunnen verborgen gehalten hatte, tat, kurznachdem sie vom Ufer abgestoßen, ein Gleiches. Er sprachhastig und gedämpft, wenn er den Ruderer, unter dem Ver-sprechen eines reichlichen Trinkgeldes, an wies, jener Gondel,die eben dort um die Ecke biege, unauffällig in einigem Ab-stand zu folgen; und es überrieselte ihn, wenn der Mensch, mitder spitzbübischen Erbötigkeit eines Gelegenheitsmachers,ihm in demselben Tone versicherte, daß er bedient, daß ergewissenhaft bedient werden solle.

So glitt und schwankte er denn, in weiche, schwarze Kissengelehnt, der anderen schwarzen, geschnabelten Barke nach,an deren Sptn die Passion ihn fesselte. Zuweilen entschwandsie ihm: dann fühlte er Kummer und Unruhe. Aber sein Füh-rer, als sei er in solchen Aufträgen wohl geübt, wußte ihmstets durch schlaue Manöver, durch rasche Querfahrten undAbkürzungen das Begehrte wieder vor Augen zu bringen. DieLuft war still und riechend, schwer brannte die Sonne durchden Dunst, der den Himmel schieferig färbte. Wasser schlugglucksend gegen Holz und Stein. Der Ruf des Gondoliers,halb Warnung, halb Gruß, ward fernher aus der Stille des