denen die Sonne zur Höhe stieg und furchtbare Macht ge-wann, in denen das Meer tiefer und tiefer blaute und in denener Tadzio sehen durfte.
Er sah ihn kommen, von links, am Rande des Meeres da-her, sah ihn von rückwärts zwischen den Hütten hervortretenoder fand auch wohl plötzlich, und nicht ohne ein frohes Er-schrecken, daß er sein Kommen versäumt und daß er schonda war, schon in dem blau und weißen Badeanzug, der jetztam Strand seine einzige Kleidung war, sein gewohntes Treibenin Sonne und Sand wieder aufgenommen hatte, — dies lieblichnichtige, müßig unstete Leben, das Spiel war und Ruhe, einSchlendern, Waten, Graben, Haschen, Lagern und Schwim-men, bewacht, berufen von den Frauen auf der Plattform, diemit Kopfstimmen seinen Namen ertönen ließen: „ Tadziu! Tad-ziu!“ und zu denen er mit eifrigem Gebärdenspiel gelaufenkam, ihnen zu erzählen, was er erlebt, ihnen zu zeigen, was ergefunden, gefangen: Muscheln, Seepferdchen, Quallen undseitlich laufende Krebse. Aschenbach verstand nicht ein Wortvon dem, was er sagte, und mochte es das Alltäglichste sein,es war verschwommener Wohllaut in seinem Ohr. So erhobFremdheit des Knaben Rede zur Musik, eine übermütigeSonne goß verschwenderischen Glanz über ihn aus, und dieerhabene Tiefsicht des Meeres war immer seiner ErscheinungFolie und Hintergrund.
Bald kannte der Betrachtende jede Linie und Pose diesesso gehobenen, so frei sich darstellenden Körpers, begrüßtefreudig jede schon vertraute Schönheit aufs neue und fandder Bewunderung, der zarten Sinneslust kein Ende. Man riefden Knaben, einen Gast zu begrüßen, der den Frauen bei der