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Der Tod in Venedig : Novelle
Entstehung
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Freude, eine unglaubliche Heiterkeit erschütterte von innenfast krampfhaft seine Brust. Der Angestellte stürzte davon, ummöglicherweise den Koffer noch anzuhalten, und kehrte, wiezu erwarten gewesen, unverrichteter Dinge zurück. Da er-klärte denn Aschenbach, daß er ohne sein Gepäck nicht zureisen wünsche, sondern umzukehren und das Wiederein-treffen des Stückes im Bäder-Hotel zu erwarten entschlossensei. Ob das Motorboot der Gesellschaft am Bahnhof hege. DerMann beteuerte, es hege vor der Tür. Er bestimmte in italie-nischer Suade den Schalterbeamten, den gelösten Fahrscheinzurückzunehmen, er schwor, daß depeschiert werden, daßnichts gespart und versäumt werden solle, um den Koffer inBälde zurückzugewinnen, und — so fand das Seltsame statt,daß der Reisende, zwanzig Minuten nach seiner Ankunft amBahnhof, sich wieder im Großen Kanal auf dem Rückweg zumLido sah.

W underlich unglaubhaftes, beschämendes, komisch-traum-artiges Abenteuer: Stätten, von denen man eben in tiefsterWehmut Abschied auf immer genommen, vom Schicksal um-gewandt und zurückverschlagen, in derselben Stunde nochwiederzusehen! Schaum vor dem Buge, drollig behend zwi-schen Gondeln und Dampfern lavierend, schoß das kleine eil-fertige Fahrzeug seinem Ziele zu, indes sein einziger Passagierunter der Maske ärgerlicher Resignation die ängstlich-über-mütige Erregung eines entlaufenen Knaben verbarg. Nochimmer, von Zeit zu Zeit, ward seine Brust bewegt von Lachenüber dies Mißgeschick, das, wie er sich sagte, ein Sonntags-kind nicht gefälliger hätte heimsuchen können. Es waren Er-klärungen zu geben, erstaunte Gesichter zu bestehen, — dann