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der Kunst zu schauen gewohnt ist, eine jener reichenund schöner: Damen von künstlich hergestelltem tita-nischen Blond und im Brillantenschmuck, deren be-thörenden Zügen durch die Hand eines genialen Por-traitisten die Ewigkeit zuteil geworden ist, und vonderen Liebesleben die Stadt spricht — Königinnender Künstlerfeste im Karneval, ein wenig geschminkt,ein wenig gemalt, voll einer edlen Pikanterie, gefall-süchtig und anbetungswürdig. Und sieh, dort fährtein großer Maler mit seiner Geliebten in einen:Wagen die Ludwigstraße hinauf. Man zeigt sich dasGefährt, man bleibt stehen und blickt den beiden nach.Viele Leute grüßen. Und es fehlt nicht viel, daß dieSchutzleute Front machen.
Die Kunst blüht, die Kunst ist an der Herr-schaft, die Kunst streckt ihr rosenumwundenes Scep-ter über die Stadt hin und lächelt. Eine allseitigerespektvolle Anteilnahme an ihrem Gedeihen, eineallseitige, fleißige und hingebungsvolle Uebung undPropaganda in ihrem Dimste, ein treuherziger Kul-tus der Linie, des Schmuckes, der Form, der Sinne,der Schönheit obwaltet . . . München leuchtete.
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Es schritt ein Jüngling die Schellingstraße hin-an ; er schritt, umklingelt von den Radfahrern, in derMitte des Holzpflasters der breiten Fassade derLudwigskirche entgegen. Sah man ihn an, so wares, als ob ein Schatten über die Sonne ginge oderüber dos Gemüt eine Erinnerung an schwere Stun-