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Tristan : 6 Novellen
Entstehung
Seite
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liches mattes und dunkles Gelb, und diese Haut mn-spannte Formen, die ebenfalls von einer südlichenSonne gereift erschienen und mit ihrer vegetativenund indolenten lleppigkeit an diejenigen einer Sul-tanin gemahnten. Mit diesem Eindruck, den jede ihrerbegehrlich trägen Bewegungen hervorrief, stimmtedurchaus überein, daß höchst wahrscheinlich ihr Ver-stand von Herzen untergeordnet war. Sie brauchtejemanden ein einziges Mal, indem sie auf originelleArt ihre hübschen Brauen ganz wagerecht in die fastrührend schmale Stirn cvhob, aus ihren unwissenden,braunen Augen angeblickt zu haben, und man wußtedas. Aber auch sie selbst, sie war nicht einfältig ge-nug, es nicht zu wissen; sie vermied es ganz einfach,sich Blößen zu geben, indem sie selten und wenigsprach: und gegen eine Frau, welche schön ist undschweigt, ist nichts einzuwenden. Oh! das Wort „ein-fältig" war überhaupt wohl am wenigsten bezeich-nend für sie. Ihr Blick war nicht nur thöricht, son-dern auch von einer gewissen lüsternen Verschlagen-heit und man sah Wohl, daß diese Frau nicht zu be-schränkt war, um geneigt zu sein, Unheil zu stiften ..Uebrigens war vielleicht ihre Nase im Profile einwenig zu stark und fleischig; aber ihr üppiger undbreiter Mund war vollendet schön, wenn auch ohneeinen anderen Ausdruck, als den der Sinnlichkeit.

Diese besorgniserregende Frau also war die Gat-tin des etwa vierzig Jahre alten RechtsanwaltesJacoby — und wer diesen sah, der staunte. Er warbeleibt, der Rechtsanwalt, er war mehr als beleibt, er