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Tristan : 6 Novellen
Entstehung
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Er ging andauernd nach links. Menschen schrit-ten und eilten an ihm vorüber, gingen ihren Geschäf-ten nach oder kamen von Geschäften. Und ich gehemitten unter ihnen, dachte er, und bin so allein undfremd, wie es mutmaßlich kein Mensch gewesen ist.Ich habe kein Geschäft und kein Ziel. Ich habe nichteinmal einen Stock, auf den ich mich stütze. Haltloser,freier, unbeteiligter kann niemand sein. Niemandverdankt mir etwas, und ich verdanke niemandemetwas. Gott hat seine Hand niemals über mir ge-halten, er kennt mich gar nicht. Treues Unglück ohneAlmosen ist eine gute Sache; man kann sich sagen:Ich bin Gott nichts schuldig...

Die Stadt war bald zu Ende. Wahrscheinlichwar er etwa von der Mitte aus in die Quere gegan-gen. Er befand sich auf einer breiten Vorstadtstraßemit Bäumen und Villen, bog rechts ab, passierte dreioder vier fast dorfartige, nur von Gaslaternen beleuchtete Gassen und blieb schließlich in einer etwasbreiteren vor einer Holzpforte stehen, die sich rechtsneben einem gewöhnlichen, trübgelb gestrichenenHause befand, welches sich seinerseits durch völligundurchsichtige und sehr stark gewölbte Spiegel-Fen-sterscheiben auszeichnete. An der Pforte jedoch warein Schild befestigt, mit der Aufschrift: „In diesemHause im 3. Stock sind Zimmer zu vermieten." So?sagte er, warf den Rest seiner Cigarre fort, ging durchdie Pforte, an einer Planke entlang, die das Grund-stück von dem benachbarten trennte, linker Hand durchdie Hausthür, mit zwei Schritten über den Vorplatz,