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Tristan : 6 Novellen
Entstehung
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Es war trübe, dämmerig und kühl, als derSchnellzug Berlin-Rom in eine mittelgroße Bahn-hofshalle einsuhr. In einem Coupe erster Klasse mitSpitzendecken über den breiten Plüschsesseln richtetesich ein Alleinreisender empor: Albrecht van derQualen. Er erwachte. Er verspürte einen faden Ge-schmack im Munde, und sein Körper war voll von demnicht sehr angenehmen Gefühl, das durch das Still-stehen nach längerer Fahrt, das Verstummen desrhythmisch rollenden Gestampfes, die Stille hervor-gebracht wird, von welcher die Geräusche draußen,die Ruse und Signale sich merkwürdig bedeut-sam abheben. . . Dieser Zustand ist wie ein Zu-sichkommen aus einem Rausche, einer Betäubung.Unseren Nerven ist plötzlich der Halt, der Rhythmusgenommen, dem sie sich hingegeben haben: nun füh-len sie sich äußerst verstört und verlassen. Und diesdesto mehr, wenn wir gleichzeitig aus dem dumpfenReiseschlaf erwachen.

Albrecht van der Qualen reckte sich ein wenig,trat ans Fenster und ließ die Scheibe herunter. Erblickte am Zuge entlang. Droben am Postwagenmachten sich verschiedene Männer mit dem Ein- undAusladen von Palleten zu schaffen. Die Lokomotive