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Tristan : 6 Novellen
Entstehung
Seite
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blöden, ungefügen und verächtlichen Götzen, den mandie Natur nennt, und nicht eine Ahnung von dertiefen Medertracht dieses Beginnens regt sich inIhrem bäuerischen Gewissen.

„Nochmals: Was geschieht? Sie, mit denAugen, die wie ängstliche Träume sind, schenkt Ihnenein Kind; sie giebt diesem Wesen, das eine Fortsetzungder niedrigen Existenz seines Erzeugers ist, alles mit,was sie an Blut und Lebensmöglichkeit besitzt, undstirbt. Sie stirbt, mein Herr! Und wenn sie nichtin Gemeinheit dahinfährt, wmn sie dennoch zuletztsich aus den Tiefen ihrer Erniedrigung erhob undstolz und selig unter dem tödlichen Kusse der Schön-heit vergeht, so ist das meine Sorge gewesen. DieIhrige war es Wohl unterdessen, sich auf verschwiege-nen Korridoren mit Stubenmädchen die Zeit zu ver-kürzen.

„Ihr Kind aber, Gabriele Eckhofs Sohn, ge-deiht, lebt und triumphiert. Vielleicht wird er dasLeben seines Vaters fortführen, ein handeltreibender,Steuern zahlender und gut speisender Bürger wer-den; vielleicht ein Soldat oder Beamter, eine un-wissende und tüchtige Stütze des Staates; in jedemFalle ein amusisches, normal funktionierendes Ge-schöpf, skrupellos und zuversichtlich, stark und dumm.

„Nehmen Sie das Geständnis, mein Herr, daßich Sie hasse, Sie und Ihr Kind, wie ich das Lebenselbst hasse, das gemeine, das lächerliche und dennochtriumphierende Leben, das Sie darstellen, den ewigenGegensatz und Todfeind der Schönheit. Ich darf nicht