begann dann, offenbar 'ein wenig verlegen, zu essen,indem er Messer und Gabel mit seinen großen, weißenund schön geformten Händen, die aus sehr engenAermeln hervorsahen, in ziemlich affektierter Weisebewegte. Später ward er frei und betrachtete in Ge-lassenheit abwechselnd Herrn Klöterjahn und seineGattin. Auch richtete Herr Klöterjahn im Verlauseder Mahlzeit einige Fragen und Bemerkungen be-treffend die Anlage und das Klima von „Einfried"an ihn, in die seine Frau in ihrer lieblichen Art zweioder drei Worte einfließen ließ, und die Herr Spinellhöflich beantwortete. Seine Stimme war mild undrecht angenehm; aber er hatte eine etwas behinderteund schlürfende Art zu sprechen, als seien seine Zähneder Zunge im Wege.
Nach Tische, als man ins Konversationszimmerhinübergegangen war, und Doktor Leander den neuenGästen im besonderen eine gesegnete Mahlzeiwünschte, erkundigte sich Herrn Klöterjahns Gattinnach ihrem Gegenüber.
„Wie heißt der Herr?" fragte sie... „Spinelli?Ich habe den Namen nicht verstanden."
„Spinell... nicht Spinelli, gnädige Frau. Nein,er ist kein Italiener, sondern bloß aus Lemberg ge-bürtig, soviel ich weiß ..."
„Was sagten Sie? Er ist Schriftsteller? Oderwas?" fragte Herr Klöterjahn; er hielt die Händein den Taschen seiner bequemen englischen Hose, neigtesein Ohr dem Doktor zu und öffnete, wie mancheLeute pflegen, den Mund beim Horchen.