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Tristan : 6 Novellen
Entstehung
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lein von Osterloh hatte es in einer müßigen Viertel-stunde gelesen und fand es „raffiniert", was ihreForm war, das Urteil „unmenschlich langweilig" zuumschreiben. Es spielte in mondänen Salons, inüppigen Frauengemächern, die voller erlesenerGegenstände waren, voll von Gobelins, uraltenMeubles, köstlichem Porzellan, unbezahlbaren Stof-fen und künstlerischen Kleinodien aller Art. Auf dieSchilderung dieser Dinge war der liebevollste Wertgelegt, und beständig sah man dabei Herrn Spinell,wie er die Nase kraus zog und sagte: „Wie schön!Gott, sehen Sie, wie schön!" ... Uebrigens mußte eswunder nehmen, daß er noch nicht mehr Bücher ver-faßt hatte, als dieses eine, denn augenscheinlich schrieber mit Leidenschaft. Er verbrachte den größeren Teildes Tages schreibend auf seinem Zimmer und ließaußerordentlich viele Briefe zur Post befördern, fasttäglich einen oder zwei, — wobei es nur als befrem-dend und belustigend auffiel, daß er seinerseits höchstselten welche empfing ...

6 .

Herr Spinell saß der Gattin Herrn Klöterjahnsbei Tische gegenüber. Zur ersten Mahlzeit, an derdie Herrschaften teilnahmen, erschien er ein wenig zuspät in dem großen Speisesaal im Erdgeschoß desSeitenflügels, sprach mit weicher Stimme einen analle gerichteten Gruß und begab sich an seinen Platz,worauf Doktor Leander ihn ohne viel Ceremonie denneu Angekommenen vorstellte. Er verbeugte sich und

Mann, Tristan.

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