Zwiefalten von Dr. Holzherr, gehen die Nummern des altenKatalogs und die heutigen Bibliotheksignaturen bunt durch-einander.
Steht auch die Zwiefaltner Sammlung an Umfang und Ge-halt der Weingartner nach, die sich durch eine reiche Erwer-bung im 17. Jahrhundert diesen Vorrang gesichert hat, so istsie darum nicht weniger beachtenswert und aufschlußreich,besonders auch, weil sie durch ihre von fremden Beständennicht gestörte Geschlossenheit ein klares und unverwischtesBild des geistigen Lebens in einem Benediktinerkloster gibtund die Entwicklung seiner Schreibschule mit ihrer Buch-malerei anschaulich verfolgen läßt. Gerade auch die letztereSeite ist in den letzten Jahren erneut untersucht worden undhat einen Blick tun lassen in eine Welt, die von CluniazenserGeist durchweht ist.
Bei unserer Verzeichnung ist das einzelne Stück nichtbloß nach seinem literarischen Gehalt aufgeführt worden —eine eigentlich wissenschaftliche Verarbeitung dieses Stoffeswar nicht beabsichtigt —, sondern auch, da die allermeistenHandschriften in natura betrachtet werden konnten, nachseinen äußerlichen Seiten, indem auf Einband, Umfang,Schreibstoff, Schrift und Ausstattung soweit eingegangenwurde, daß von den einzelnen Handschriften ein einigermaßenanschauliches Bild gewonnen werden kann.
Stuttgart, im Winter 1929/30.
Karl Löffle r.