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4,2 (1923) Dicotyledones : (II. Teil)
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Ziemlich verbreitet, doch stellenweise selten, auf Felsen, Felsschutt, Grus, auf Alluvionen,Moränen, Schaflägern, in Schneetälchen, selten auch auf Mauern der Alpen, von der subalpinenStufe (Seilrain und Finkenberg in Nordtirol 1100 m, im Tessin mehrfach bei 1400 m) bis 3500 m(Monte Rosa im Wallis); selten auch herabgeschwemmt(im Tessin zwischen Buseno und Arvigo bis 750 m).

Nur auf Silikatgestein und auf kalkarmem Humus.

In Deutschland selten in den Bayerischen Alpenim Allgäu (Hochgrat, Grünten, Rauheck, Laufbachereck, Kreuz»eck, Pointalpe im Bärgündele, Fürschüsser bis 2270 m) undin den Berchtesgadener Alpen (Funtenseetauern), in den Vogesen(an den Nordhängen des Hohneck), im Riesengebirge und Ge=senke ziemlich verbreitet und bis ins Vorgebirge herabsteigend.

In Oesterreich in Böhmen im Riesengebirge und dortziemlich tief herabsteigend (Hohenelbe), in Mähren und Schlesienim Hochgesenke, in Salzburg in den Zentralalpen sowie aufder Glemmerhöhe, Gaisstein, Langek, in der Zwing und imX'assfeld, in Oberösterreich bei Weissenbadi, im Granitgebietan der Donau bei Neuhaus, fehlt in Niederösterreich, in Steier»mark besonders in den Zentralalpen, in den Kalkalpen seltener,häufig in den Niederen Tauern, im Stangalpenzuge, in den

Seetaler Alpen, auf der Kor» und Gleinalpe, auf dem Zeiritz» fi g . 919. Sedum alpestre Vill. a Habitus (i/snatürl.kampel, in den Sanntaleralpen, auf der Ojstrica, angeblich Grösse), b Blüte (vergrössert).

auch auf dem Kosiak und Zmonik bei Bad Neuhaus, in Kärnten

ziemlich verbreitet, in Krain zerstreut, in Tirol verbreitet, besonders in den Zentralalpen, in den Kalkvoralpenzerstreut und selten. — In der Schweiz in den Zentralalpen ziemlich verbreitet; in den Kalkalpen zerstreutund teilweise fehlend (so in den Kantonen Glarus und Waadt).

Allgemeine Verbreitung: Südeuropäische Gebirge (von den Pyrenäen durch dieAlpen bis Oberösterreich), Vogesen, Sudeten und Karpaten; Kleinasien.

Sedum alpestre gehört dem europäisch.alpinen Element an und vertritt das S. atratum auf Silikat»gestein. In den Alpen erscheint es auf ziemlich trockenen bis feuchten, humosen und mineralreichen Unter»lagen und vermag in verschiedene Pflanzengesellschaften einzudringen. Es besiedelt die Fels» und Feinschutt»flur, die Alluvionen, Schneetälchen, das Luzulötum spadiceae (vgl. Bd. II, pag. 1S1), das Curvuletum (vgl. Bd. II,P a Ö- 71), die Schaflager und Weiden; selten tritt es auch ruderal auf Mauern auf. Ueber die Begleitpflanzensiehe auch unter Cerastium uniflorum (Bd. III, pag. 369). — Die blassgelben (selten rot gefleckten) Blütensind proterogyn. Die Griffel spreizen nach G ü n t h a r t schon in der Knospe auseinander; die Staubblätterbewegen sich anfangs nach der Blütenmitte hin, biegen sich aber zum Teil wiederum zurück, so dass die Staub»beutel mit den Narben in Berührung kommen und dann Selbstbestäubung vollziehen. Bei andauernd schlechtemWetter und bei spärlichem Insektenbesuch können sich die Staubblätter ein zweitesmal nach innen bewegenund so den Rest des Pollens an die Narben abgeben. Die frostharte Pflanze meidet schneefreie Stellen undüberwintert grün.

1395. Sedum mite Gilib. (= S. Boloniense 1 ) Lois., — S. sexangulare auct. non L.). FalscherMauerpfeffer. Taf. 140, Fig. 5 und Fig. 920.

Ausdauernd, (4) 5 bis 10(15) cm hoch, rasenbildend. Grundachse reichverzweigt, blühendeund nicht blühende Sprosse treibend. Stengel aus niederliegendem Grunde aufrecht, kahl.Laubblätter fleischig, walzenförmig, stumpf, stielrund, mit schiefgestutztem und flachem, etwasspornförmig vorgezogenem Grunde sitzend (Taf. 140, Fig. 5 a), kahl, bis 6 mm lang und 1 mmdick, an den blühenden Sprossen locker, an den nichtblühenden sehr dicht 6=zeilig angeordnet,ohne scharfen Geschmack. Blüten 8 bis 10 mm im Durchmesser, kurz gestielt, in verzweigtenWickeln. Blütenstandsäste meist 2=blütig. Kelchblätter 5, eiförmig, stumpf, fleischig, 2 bis 2,3 mmlang, bis J /a so lang wie die Kronblätter; letztere 3,5 bis 5 mm lang, lanzettlich, spitz, fastwagrecht abstehend, zitronengelb oder seltener bleichgelb. Staubblätter 10, 3 bis 4 mm lang.

l ) Nach der Stadt Boulogne (Bolönia) benannt.