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gottsbart (Altbayern), Christusschwei ss (bayerisch-österreichisch), Kränzlekraut, Lieberherr«gottsknödle, I.ieberherrgottsschüe(h)le, Herrgottsrue(h) kraut (Elsass); Himmelbresl,Liabfraubröserl (Niederösterreich), Modergods Bettstrauh [vgl. Galium verum!] (Westfalen). Imromanischen Graubünden gelten die Namen (wohl auch für andere Sedum=Arten 1): ris«da<mür, furmen tin(Puschlav), pizade, vedriöl (Pusdilav), revas d'crap (Bernina).
Ausdauernd, 5 bis 15 cm hoch. Wurzel dünnfaserig. Sprosse reichlich ästig, verzweigt,rasenbildend, teilweise unterirdisch wagrecht kriechend ; Zweige aufsteigend, dicht beblättert undunfruchtbar oder einen locker beblätterten, aufsteigenden, einfachen, selten ästigen Blütenstengeltragend. Laubblätter meist in 5/13 Stellung, fleischig, eiförmig, oberseits fladi, unten gewölbt,stumpflich, mit stumpfem, ungesporntem Grunde sitzend (Taf. 140, Fig. 4 b), kahl, bis 4 mmlang, 4= bis 6= zeilig angeordnet, von scharfem Geschmack. Blüten in beblätterten trug»doldigen Wickeln auf 1 bis 4 mm langen Stielen. Kelchblätter 5, eiförmig, stumpf, kurz (3 mm).Kronblätter 5, 7 bis 9 mm lang, lanzettlidi, spitz, fast wagrecht abstehend (Taf. 140, Fig. 4 a),goldgelb. Staubblätter 10, 2 h bis fast so lang als die Kronblätter, goldgelb. Balgfrüchte stern»förmig ausgebreitet, 5 bis 5 mm lang mit 1 mm langem Griffel. Samen 0,8 mm lang, längs»runzelig, hellbraun. — (V) VI bis VIII.
Verbreitet und häufig an trockenen, sonnigen Standorten, auf Sandfeldern, Felsfluren,Wiesen, Felsschutt, Kies und Sand der Fluft», See» und Meeresufer, in lichten Gebüschen,Kiefernwäldern, auf Brachäckern, Dämmen, Mauern, Wegrändern, Schuttplätzen, Dächern; vonder Ebene bis in die subalpine Stufe (im Wallis angeblich bis 2200 m, in den Seealpen bis2300 m). Auf Kalk» und Silikatgestein.
In Deutschland verbreitet und meist häufig; in den höheren Gebirgen und Voralpen seltenei.In Oesterreich in Salzburg zerstreut, in Oberösterreich verbreitet, doch in den Kalkvoralpen weniger häufig, inNiederösterreich bis in die Voralpen häufig, in Böhmen, Mähren und Schlesien verbreitet, doch in höherenGebirgen selten, in Steiermark gemein bis in die Voralpen (nur im Ennstal seltener), in Kärnten zerstreut, inKrain verbreitet, in Vorarlberg nicht häufig, in Tirol verbreitet (im Inntal teilweise gemein, ebenso um Kitzbühel,bei Meran, Brixen und am Gardasee). — In der Schweiz ziemlich verbreitet; westlich des Gotthardgebieteszerstreut (seltener als S. mite) und in der Westschweiz vielleicht nicht ursprünglich und nur eingebürgert.
AllgemeineVerbreitung: Europa (nördlich bis Irland, Südengland, Island, Magerö);Nordafrika; Nordasien bis zum Altai, Westasien. In Nordamerika kultiviert und aus Gärten
verwildert.
Aendert ab: var. negl^ctum (Ten.) Rouy et Camus. Pflanze kräftiger, dem S. rupestre ähnlich.Laubblätter schmäler und länger, mehr abstehend, weniger dicht stehend. Blüten oft grösser. Kronblätter bisS mm lang, heller gelb (Südliche Form). Im Tessin (Madonna del Sasso und auf dem Maggiadelta bei Locarno).— var. sexanguläre (L.). Pflanze niedriger. Blütenstengel dichter beblättert. Aeste der Trugdolden nur1- bis 3=blütig. Geschmack nicht scharf. Besonders im nördlichen Verbreitungsgebiet. Aus der Schweiz nichtangegeben, ebensowenig aus Tirol und aus Steiermark, in Bayern nur auf der unteren Schwäbisch=BayerisdienHochebene, in Württemberg nur im Jura. In Europa angeblidi nördlich bis England, Holland, Südskandinavien,südlich bis Südspanien, Balkan, östlich bis Südrussland. — var. Wettstdinii (Freyn). Laubblätter an demBlütenstengel kaum lockerer als an den nicht blühenden Sprossen, breit=eiförmig, bis S mm lang, über2 mm dick, am Grunde breit, stumpf, schief genabelt. Aeste des Blütenstandes meist 2= bis 3=blütig. Kronblättereilanzettlidi, sehr spitz, 3 mal länger als der Kelch, 8 mm lang, goldgelb. In den Alpen wohl verbreitet (Gipfeldes Schöckel in Steiermark bis in die Holzschläge oberhalb des Sattels hinabsteigend, Pfitschertal?). \ gl. ). 1' rey nin Oesterr. Botan. Zeitschrift 1900. — f. pentagönum Pacher. Laubblätter an den nicht blühenden Sprossen5.reihig (Leoben und Eisentratten in Kärnten).
Sedum acre gehört dem eurosibirischen Element an. Wie S. mite ist es häufig an trodeenen, sonnigenStandorten anzutreffen, besonders in der montanen und subalpinen Felsflur, in der Schuttflur, am kiesigen Meeres»ufer, auf Sandfeldern, auf Dünen, in der Steppe (in der ungarischen Tiefebene auch auf salzreicher Unterlage),in geschlossenen Gesellschaften in der Scleranthustrift (so in Zenlralböhmen), in Heidegenossenschaften (soin der Karstheide), im Festucetum rubrae fallacis der subalpinen Stufe der Zentralalpen. Auf den steilen Sand=böden der Weichselufer um Thorn tritt S. acre zusammen mit der var. sexangulare von S. mite im PincHumsilv^stris callunösum auf; weitere Begleitpflanzen sind dort nach Scholz Festuca ovina, Carex ericetorum,Anthericum ramosum, Rumex Acetosella, Spergula Morisonii, Silene Otites, Dianthus arenarius, Gypsophila