Menschl. Körper. 629
weder zu dünn beginnenden, in der Mitte anschwellen-den, langgestreckten Bündeln, welche Muskelnheissen und gleichfalls von Bindegewebe umhülltsind. Sie liegen sich parallel und gleichen einemBündel in Leim getränkter Fäden. Bei höher organi-sirten Tieren sind die Muskeln, die das Fleisch der-selben bilden, an den Knochen, bei den übrigen ander allgemeinen Bedeckung befestigt. Die Anheftungder Muskeln an die in einander gelenkten Knochenwird durch eine sehnige, in die Muskeln und in dieKnochen eindringende faserige Substanz besorgt, durchwelche die Muskeln auch auf entferntere Körperteilezu wirken vermögen. Man nennt diese Muskel-fortsätze Sehnen, welche nicht mit den Nerven zuverwechseln sind.
Die Muskeln haben die Eigenschaft, sich in derRichtung ihrer Fasern zusammenzuziehen und zuverkürzen, indem sich die Querstreifen einandernähern, wodurch sich ihre beiden Enden samt denan ihnen befestigten Teilen notwendig einandernähern müssen, und sind hierdurch, unter dem Ein-flüsse des Willens und der Nerven, die Werkzeugeder Bewegung.
Die dem vegetativen Leben angehörigen Mus-keln sind beim Atmen, Verdauen und bei der Ver-breitung der Nahrungsstoffe beschäftigt und zum Teilan die Schleimhäute der betreffenden Organe geheftet.Ihre Tätigkeit ist unwillkürlich, weder von demWillen des Individuums abhängig, noch kommt siedemselben zum Bewusstsein.
Man nennt die Muskeln nach ihren Verrichtungengegenwirkende, zusammenwirkende, Beuger undStrecker, Ab- und Anzieher und Rollmuskeln. Diestärksten und ansehnlichsten Muskeln des Menschensind die des Oberschenkels und der Wade. Diefeinsten und bewundernswürdigsten die des Auges.Bei den contractilen Tieren, Würmern und Schneckenkommt dem ganzen Leibe die Eigenschaft einesMuskels zu. Die Muskeln der Wirbeltiere liegentum grossen Teile äusserlich, bei den wirbellosen in