612 Kinderkrankheiten.
17. Harnverhaltung wird in der Regel mitAcon. x. beseitigt, entsteht dieselbe nach einem Falleoder einem Drucke der Blasengegend: Arnica x; istdie Blasengegend schmerzhaft: Puls, x; schreit dasKind sehr beim Wasserlassen oder kommt der Harnnur tropfenweise: Cantli. x.
18. Scliwäninichen im Slmide, oder Soor,auch Mundfäule, können nur durch innere Mittelgeheilt werden. Früher pinselte man sie mit Rosen-lionig und Borax und wischte sie mit einem Tuchevon der Zunge ab, was ebenso falsch als barbarischwar; denn in der Regel blutete die Zunge, und esmachte den Kindern viel Schmerzen, ohne das Übelwirklich zu heilen. Man gebe Mereur x, viermaltäglich einen kleinen Schluck, 3—4 Tage lang,dann wird das Übel in der Regel heilen. In hart-näckigen Fällen gebe man Borax x oder Arsen, x.Erscheint es öfters wieder, so gibt man noch Solf, x.ebenso und lässt es gehörig durchwirken.
19. Verfangen der Kinder, auch Anwachsenoder Herzspann genannt, ist weiter nichts, als eineAufblähung des Magens durch Gase, welche in zureichlicher Gasentwicklung im Speisebrei seinen Grundhat und meistens durch unzweckmässige Nahrungentsteht. Die Gegend der Herzgrube und der unterenRippen ist aufgetrieben und prall mit Luft gefüllt.Die Kinder sind kurzatmig, ängstlich und es stocktbisweilen der Atem. Das Hauptmittel: Cham, x,2stündlich einen Scliluck. Sehr wohlthätig ist hier-bei auch das Streichen mit den Händen über die an-geschwollenen Stellen von oben nach unten, wodurchdie Luft in die Därme entweicht.
20. Stiraiuritzeiikrampf, auch Brnstkrampfoder Millarsches Asthma genannt, besteht in einemplötzlichen krampfhaften Verschlusse der Stimmritze.Die Kinder werden plötzlich blau im Gesichte unddie Atmung stockt eine Zeit lang gänzlich. Tritt einsolcher Anfall ein, so gebe man sogleich Ipec. xstündlich. Hilft dies nichts, Sainbucus nigra x.Wenn Kälte des Körpers vorhanden ist Arsen, x. —