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Arthur Lutze's Lehrbuch der Homöopathie
Entstehung
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*Ootfea cruda.*)

Roher Kaffee. Samen der Coffea arabica, Kaffee-staude, einer aus Ostafrika stammenden Rubiacee.

Grosse Aufgeregtheit und Überreiztheit derSinnesorgane und des ganzen Nervensystems (z. B. beiWöchnerinnen), besonders auch, wenn dergleichendurch Kamillengenuss erzeugt ist: auch Folgenvon plötzlicher Freude, freudigem Schrecke. Ängst-

*) Das Coffein (der Kraftbestandteil des Kaffees) istmit dem Tei'n (dem Alkaloid des Tees) identisch und dieWirkungen beider sind denen des Kiähenaugengiftes (Strychnin)ganz analog. Dieselben bestehen in Erregung und Reizungder Bewegungsfasern des Rückenmarks, und die damit ver-gifteten Tiere sterben an Starrkrämpfen, gerade wie beiVergiftung mit Strychnin (dem Kraftbestand feile der sog.Krähenaugen, Nux vomica und Ignatia), wobei das Bewusst-gein nicht getrübt wird. Auch darin besteht eine weitereÄhnlichkeit init Strychnin, dass bei den mit diesenGiften vergifteten Tieren die Vergiftung hintangehaltenwird, wenn mau künstlich die Atmung befördert. Coffeinund Te'in wirken auch vermehrend auf die Zahl der Herz-schläge, wobei indess der Blutdruck nicht gesteigert wird,sondern eher etwas sinkt: also Herzschwäehuug. GrosseDosen aber bringen das Herz zum Stillstande und tötenkleinero Tiere augenblicklich. Das Kaffeeverbot beim homö-opathischen Einnehmen, besonders von Nux vomica, hat seinenguten Grund darin, weil alle analogen Mittel und Strychninund Coffein sind analog in grossen Gaben gleichzeitigoder unmittelbar nach einander genommen sich gegen-seitig aufheben und um so mehr gegenseitig als Gegen-gifte gegen zu starke Erstwirkungen (kleiner Gaben) dienen,jo mehr die Symptome übereinstimmen; während man ver-wandte Mittel allerdings zweckmässig nach einander folgenlassen kann, wenn das erste ausgewirkt hat, ohne die Symp-tome der Krankheit vollständig zu decken In jeder Tassostarken Kaffees (aus 1 Lot aufgegossen), sowie in einergrossen Tasse Tee (aus '/s Lot) .st durchschnittlich 0, o ,bis ().]>, Gramm des giftigen Coffpi'ns enthalten. Der Auf-guss von grünen, ungerösteten Kaffeebohnen hat einen bittern,zusammenziehenden Geschmack nach Kaffee-Gerbsäure, welchesich beim Brennen in das keineswegs gesunde brenzlige(empyreumatische) Öl verwandelt, welches dem Kaffeeseinen Geruch verleiht und bei Tieren heitige Erscheinungenhervorruft, die von der Wirkung des Coffeins selir ver-schieden sind.