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5,4 (1927) Dicotyledones : (V. Teil), Sympetalae
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Samenanlagen. Frucht eine braune, wenig saftige, schliesslich austrocknende, unregelmässigzerreissende, von dem Kelche eingeschlossene Beere mit vielen Samen (Fig. 3405 g). Samenhellbraun, flach, nierenförmig, mit stark gekrümmtem Embryo. VII bis X.

Selten und meist unbeständig als Gartenflüchtling (besonders aus botanischen Gärten)auf Schutt, Kompost und auf Kartoffel» und Gemüseland, hin und wieder wohl auch, wie ihrgelegentliches Vorkommen bei Bahnhöfen beweist, adventiv, auch mit Pferdemist und Wolleeingeführt. Ab und zu (besonders früher) in Gärten als Zierpflanze kultiviert.

In Deutschland z. B. bei Bremen (zuerst um 1850 von Focke beobachtet), in Posen, in derNiederlausitz, in Ost» und Westpreussen, Schlesien, bei Erfurt, in Westfalen (Hamm, Lünern, Annen, Watten«scheid), bei Hannover (Laatzen, mit Xanthium spinosum), in der Rheinprovinz bei Münihen»Gladbach, Krefeld,Bochum, Waldhausen, bei Farchau unweit Ratzeburg, in Bayern bei der Georgensdiweige (1907) und bei Gautingnächst München, auf Herrenchiemsee, früher auch bei Moosach, Deggendorf, Simbach (1882), ferner um Mettenund Passau im Bayerischen Wald, in Nordbayern um Nürnberg, Erlangen (im botanischen Garten alsUnkraut),' in der Vorderpfalz bei Knittelsheim, im Elsass in Strassburg, Weissenburg und Hüningen. InOesterreich z. B. in Mähren um Brünn, Namiest, Trebitsch, Altschallersdorf bei Znaim, Grussbach, zerstreutauch in Böhmen. In Tirol da und dort zufällig eingeschleppt, nicht als Gartenpflanze verwildert, ebenso in Vor»arlberg bei Höchst, Tostes (1908), Gisingen. In der Schweizz. B. bei Zofingen (seit 1846, auch sonst mehrfach im Aargau),

Derendingen (Solothurn), Rheinedc, Flums, Mols (St. Gallen),

Schaffhausen (1921 im Schülergarten Fäsenstaub durch Pferde,mist verschleppt), Genf, Waadt, Wallis (Visp), Tessin (mehrfachum Lugano).

Allgemeine Verbreitung: Einheimischin Südamerika (Peru); in Nordamerika, Europa undSüdasien angebaut bezw. verwildert.

Nach den Untersuchungen B i 11 e r s an den Ni»candren aus verschiedenen botanischen Gärten (vgl. pag. 2560,

Anm. 2) hat sich die einzige Art der Gattung als sehr formen»reich erwiesen. Bitter weist zunächst darauf hin, dass voneiner Reihe botanischer Gärten jeder seinen besonderen Typusvon Nicandra oder mehrere davon besitzt, die in anderennicht wiederkehren. Offenbar sind diese Formen erst nachAufnahme der Pflanze in die gärtnerische Kultur entstanden.

Die Reinheit der Rassen erklärt sich z. T. dadurch, dass N.physaloides auch bei Selbstbestäubung reichlich fruchtet.

Bitter unterscheidet eine N. physaloides im engeren undeine im weiteren Sinne. Die erstgenannte umfasst Typen, diesich 1. nach der Stärke der Anthokyan.Pigmentierung, 2. nachdem Vorhandensein oder dem Fehlen des Saftmales in derBlüte, 3. nach der Gabelhöhe gliedern lassen. Was das ersteMerkmal betrifft, so ist der seit langem bekannte Typus inallen vegetativen Teilen einschliesslich der Kelchblätter ziemlichrein grün; die Blatter sind mit farblosen Haaren besetzt.

Die Aussenseite der Krone ist am Grunde cyanblau, nachaussen zu verblasst sie zu einem Weiss (= N. physaloidesviridis Bitter). Ein anderer Typus dagegen hat ± violett ge=färbte Achsen, schwärzliche Haare auf der Blattoberseite undteilweise schwärzlich violett gefärbte Kelche. Die Krone hat eineni deutlich violetten Anflug; auch in den Antheren lässt sich das violette Pigment nachweisen (= N. phys al o id e svioläcea Bitter, = N. violacea Hort. Berol.). Diese beiden Typen stehen offenbar in einem ähnlichenVerhältnis zueinander wie die weisse Datura Stramonium zur violetten D. Tatula (vgl. pag. 2612). Bittermacht darauf aufmerksam, dass gerade unter den Solanaceen eine ganze Anzahl von Pflanzen in verschieden»farbigen .Paralleltypen'' vorkommen, so Atropa Belladönna nigra und lutea, Scopölia Carniölica und S. Hlad.nidtiana, Hyoscyamus nfger und H. pällidus. Ebenso erhielt Bitter bei der Aussaat einheitlicher, selbst»gesammelter Solanum miniatum.Samen den viridis» und den violacea»Typus. Ferner variieren die Blüten der

Fig. 3395. Nicandra physaloides (L.) Gaertner.a Blütenspross. b Längsschnitt durch die Blüte, c Staub-blatt. d Beere, e Samen.