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5,4 (1927) Dicotyledones : (V. Teil), Sympetalae
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Nicandra insofern, als sie am Grunde der Blütenkrone bald ein blaues sternförmiges Saftmal aufweisen, baldeines solchen entbehren. In dieser Beziehung unterscheidet Bitter einemaculata"« und eineImmaculata".Form. Audi hier madit er darauf aufmerksam, dass auch bei anderenParalleltypen" Formen mit und ohneFledcen an der Blumenkrone vorkommen, so bei Papaver Orientale und P. Rhoeas. In das Gebiet deroscillierenden" Variation gehört noch die Gabelhöhe. Hier spricht Bitter von Tief» (hümili»), Mittel»(m6dio») und Hochgablern (altifurcätae). Alle diese Variationen können miteinander in Verbindung vor»kommen, so dass z. B. eine violacea.immaculata>altifurcata=Form usw. auftreten kann. Ausser den genanntenscheinen aber auch noch andere konstante Rassentypen (Behaarung der Blattoberseite, Form der Blätter, derFruchtkelche, Grösse der Krone usw.) vorzukommen.Die Aufzählung aller dieser schwankenden Merkmale gibteinen Begriff von dem hier noch der Sichtung harrenden Formenchaos, von dem sich vielleicht im Laufe derZeit allmählich wird ermitteln lassen, wieviel auf Rechnung der oscillierenden Variabilität zu setzen ist, wievieldavon durch Bastardvermischung und wieviel durch Mutation entstanden ist" (Bitter). Bei all diesen Formentreten einzeln oder auch überwiegend (bisweilen vielleicht sogar rassenartig rein) Pflanzen mit stärker ein»geschnittenen Blättern und gewöhnlich stark verschmälerten und zugespitzten Kelchen auf (laciniate" Formen,Schlitzer"). Schliesslich fand Bitter noch einzeln stehende Rassen einer N. physaloides im weiterenSinn, zudenen bisher noch keine Paralleltypen gefunden worden sind, so die zum viridis«Typus gehörigen N. parvi«maculäta, N. macrocdlyx, N. nebulösa, N. nana, sowie die dem violacea.Typus zuzurechnendeN. brevicorolldta.

Die Blüten öffnen sich nach Kerner etwa von 11 bis 12 Uhr vormittags und schliessen sich von3 bis 4 Uhr nachmittags. Durch die halbkreisförmige Abwärtskrümmung der Staubfäden bis zur Berührungder Staubbeutel mit der Narbe erfolgt spontane Selbstbestäubung. Schon eine Stunde, nachdem Pollen aufdie Narbe gelangt ist, welkt diese; auch der ganze Griffel erfährt eine Veränderung, löst sich von dem Frucht»knoten ab und fällt alsbald zu Boden. Hier müssen demnach sofort, nachdem die Pollenzellen mit demNarbengewebe in Berührung gekommen sind, Pollenschläuche entwickelt werden, die binnen weniger Stundenzu den Samenanlagen des Fruchtknotens gelangen. Diese Kernersche Darstellung wird von Bitter bestätigt.Als Saftmal (vgl. oben) besitzt die Blüte 5 dunkelblaue, mit den Staubfaden abwechselnde Flecken am Grundeder Krone unmittelbar über der Saftdecke. Als Besucher wurden Honigbienen beobachtet (Knuth). ImKnospenzustand wird von der Innenseite des sackartigen, vollständig geschlossenen Kelches von zahlreichenTrichombydatoden reichlich Flüssigkeit abgesondert, in der sich die Entwicklung der Blütenteile geschützt voll«zieht. Eine ähnliche Erscheinung ist von M. Treub bei der tropisch»afrikanischen Bignoniacee Spathödeacampanuläta P. Beauv., neuerdings von Molisch bei Aconitum variegatum L. festgestellt worden. Wydlerfand in sonst normalen Blüten 3 bis 5 Fruchtblätter. N. physaloides ist gegen Kälte ziemlich empfindlich;sie erfriert nach G ö p p e r t bei 2 0 C.

Nach Saccardo wurde die N. physaloides gegen Ende des 17. Jahrhunderts in Italien eingeführt.Nach dem Elsass kam sie kaum vor Beginn des 19. Jahrhunderts (E. H. L. Krause). Früher wurde die Artals Diureticum und gegen Harngries verwendet (nach Dragendorff).

DCLV. Lycium) L. Bocksdorn, Teufelszwirn. Franz.: Lyciet; engl.:. Boxthorn, matrimony vine, prickly box; ital.: Licio.

Sträucher, oft mit dornigen Zweigen. Laubblätter einzeln oder gebüschelt, einfach,ganzrandig. Kelch 3= bis 5=zähnig, unter der Frucht bleibend, zur Fruchtzeit nicht vergrössert.Krone walzenförmig oder schmal=g!oddg mit flachem, (4=) 5=lappigem Saume. Staubblättermeist 4 (5). Fruchtknoten 2=fächerig. Frucht eine kugelige oder verlängerte, saftige Beeremit wenigen bis zahlreichen Samen, selten eine Steinfrucht.

Zu der Gattung zählen etwa 110 Arten, die jedoch z. Tl. noch sehr unvollständig bekannt sind. Siesind über die gemässigten und subtropischen Zonen der Erde verbreitet und besonders zahlreich in Südamerikavertreten. Die Gattung gehört wie Atropa Belladonna zu den Solaneae.Lyciineae, die durch den 2-fächerigenFruchtknoten, durch die röhrige (oder schmalglockige) Blütenkrone und durch Beerenfrüchte gekennzeichnet sind. Im Mittelmeergebiet (auch hin und wieder in Istrien und Dalmatien, sowie auf den Kanaren) kommt in Heckenund Zäunen vor: L. Europaeum L. (= L. salicifölium Mill., = L. mediterräneum Dun., = L. spinösum Hasselquist).

') XixLov [lykion] bei Dioskurides (Mat. med. I 100) Bezeichnung eines dornigen Strauches mitbuxbaumähnlichen Blättern (wohl Rhamnus infectoria L.); anscheinend nach der kleinasiatischen Landschaft Lycien,wo der Strauch nach Dioskurides sehr häufig ist. Die Uebertragung des Namens auf die Solanaceengattungerlolgte viel später.