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115. Farn. Labiätae 1 ). Lippenblütler.
(Bearbeitet von H. Gams 1926/7).
Kräuter, Halbsträucher und Sträucher mit dekussiert=zymösem Aufbau. Stengel meist4=kantig, durdi Kollenchym versteift, ortho= oder plagiotrop, mit kreuzweise gegenständigen(dekussierten), sehr selten (Primärsprosse von Stachys Sektion Betonica, sonst nur als Bildungs»abweichung) wechselständigen Laubblättern und Zweigen, meist mit sitzenden, ätherische Oeleabscheidenden Drüsenschuppen (Fig. 3179). Laubblätter meist ± gestielt, ganzrandig, gekerbt,gesägt, gezähnt oder fiederlappig. Nebenblätter fehlend. Blüten in meist gedrungenen, 1» bis über20=blütigen Zymen (Scheinquirlen), in den Achseln gewöhnlicher oder zu Hochblättern (Bracteen)umgewandelter Laubblätter, meist mit je 2, oft jedoch reduzierten oder auch ganz fehlenden Vor«blättern, zu sehr verschiedenartigen, meist ähren» odertraubenartigen Gesamtblütenständen vereinigt. Blütenmeist stark dorsiventral, öfters jedoch der Kelch, seltener(Mentha, Lycopus u. a.) bis zu einem gewissen Gradauch die Krone strahlig, meist zwitterig, doch häufigauch durch teilweise Verkümmerung der Antheren gyno=diözisch, seltener gynomonözisch oder polyözisch. Kelchglockig bis langröhrig, unterständig, aus 5 (selten 4)verwachsenen Blättern gebildet, meist 5= (selten ibis über 10=) zähnig, oft + 2=lippig, meist schon anden Knospen offen. Kronblätter 5, verwachsen, unter»ständig, mit meist ± nach oben erweiterter Röhre und± 2=lippigem, seltener ldippigem oder regelmässigemSaum, mit oder ohne Saftmal, mit absteigend dachziege»liger Knospendeckung. Staubblätter 4, der Kronröhreeingefügt, meist in 2 ungleichen Paaren, seltener (Ros=marinus, Salvia, Sideritis, Lycopus, Monarda) nur 2 (sehr Fig. 3176. « Leitbundeivcdauf von Gaieopsis
1 s , tl . r . /« . i . tetrahit l. (nach Briquet). — b Diagramm
selten 5); meist alle 4 mit freien (bei Loleus zu einer von Lamium aibum l. und c von saiviaScheide verwachsenen) Staubfäden und 2=fächerigen, in- pratensis (n d a e c r h se f b ln. h ' 6 r) ' ~ " Pol,enkorntrorsen, oft + stark umgewandelten Staubbeuteln. Pollen»
körner eiförmig, mit 3 oder 6 Längsfalten (Fig. 3176 d). Blütenboden als meist 2» oder 4=lappigerDiskus ausgebildet. Gynaeceum oberständig, aus 2 Fruchtblättern gebildet, jedoch bald durch falscheScheidewände in 4 Fächer mit je 1 grundständigen, anatropen Samenanlage mit 1 Integumentzerfallend. Griffel meist auf den ziemlich flachen, selten (z. B. Scutellaria) zu einem Gynophorverlängertem Blütenboden inseriert (gynobasisch), seltener (Ajugoideae, Prostantheroideae)höher auf dem weniger tief geteilten Fruchtknoten entspringend, mit meist 2 kurzen, pfriem«liehen oder etwas abgeflachten, gleichen oder ungleichen Narbenästen, sehr selten ungeteiltoder (z. B. Cleonia) 4=spaltig. Frucht meist in 4 trockene, bei Wasserzutritt oft verschleimendeNüsschen (Klausen) zerfallend, selten (Prasium) eine Steinfrucht mit fleischigem Exokarp.Klausen + verkehrt»eiförmig=kugelig oder tetraedrisch, mit meist harter und glatter, seltenerwarziger, runzeliger oder behaarter (selten ± geflügelter) Wand, meist mit kleiner, grund»ständiger (selten bauch= oder rüdeenständiger) Ansatzfläche. Samen meist aufrecht (selten, z. B.Scutellaria, quer und gekrümmt), mit dünner, oft sich ganz auflösender Schale, grundständig,selten seitenständig. Endosperm reduziert, meist in den reifen Samen ganz fehlend. Embryo
') Von lat. läbium = Lippe, durch Jussieu eingeführt. Linn6 fasste die grosse Mehrzahl derLabiaten in seiner XIV. Klasse als Didynamia gymnospermia zusammen, da die Nüsschen wegen der Reduktionder eigentlichen Samenschale für Samen gehalten wurden. Der Name Labiaceae stammt von Adanson.