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5,4 (1927) Dicotyledones : (V. Teil), Sympetalae
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1. Krone radförmig oder fast radförmig. Frucht eine Beere 2.

1*. Krone glockig, trichterig oder stieltellerförmig 3.

2. Blüten in Doldentrauben. Laubblätter einfach oder gefiedert. Kelch nach der Blütezeit bei deneinheimischen Arten nicht blasig aufgetrieben. Staubladen kurz Solanum DCLX.

2*. Blüten einzeln, nickend, schmutzigweiss. Laubblätter einfach. Kelch nach der Blütezeit blasig auf«getrieben, die Beere einschliessend. Staubfäden mehrmals länger als die Staubbeutel . . Physalis DCLIX.

3. Sträudier meist mit überhängenden, dornigen Zweigen. Krone trichterförmig. Frucht eine meistrote, eiförmige Beere Lycium DCLV.

3*. Kräuter (bezw. Stauden) 4.

4. Blütenkrone glockig oder röhrig.glodcig, mit kurzen, wenig oder gar nicht abstehenden Zipfeln 5.

4'. Blütenkrone trichterförmig oder glockig.trichterförmig mit 5=lappigem Saum 6.

5. Kelch glockig, kurz 5-zähnig. Blütenkrone mit undeutlichen Zipfeln. Frucht eine Dedcelkapsel. Scopolia DCLV1I.

5*. Kelch tief 5.spaltig. Blütenkrone mit deutlichen Zipfeln. Frucht eine Beere . Atropa DCLVI.

6. Blüten in endständigen, rispenartigen Blütenständen. Laubblälter ganzrandig (oder fast ganz»randig). Blütenkrone mit verlängerter Röhre und i faltigem Saume. Frucht eine 2« bis 4«klappige Kapsel(Fig. 5382a) Nicotiana DCLXII.

6*. Blüten einzeln in den Blattachseln oder endständig, häufig einander genähert ...... 7.

7. Blüten gross. Kronröhre verlängert, mit faltigem Saume. Frucht eine 4®klappige, meist stacheligeKapsel (Fig. 3382d) DaturaDCLXI.

7*. Blüten trichterförmig erweitert. Kronröhre kurz; Saum nicht faltig 8.

8. Pflanze drüsig-klebrig. Blütenkrone trichterförmig. Frucht eine mit einem Deckel aufspringendeKapsel (Fig. 3382b) Hyoscyamus DCLVIII.

8*. Pflanze nicht drüsig=klebrig. Blütenkrone violett oder blau=weiss (sehr selten weiss). Fruchtkelchblasig aufgetrieben, 5>lappig. Frucht eine zuletzt trockene Beere (Fig. 3395d) . . . . Nicandra DCLIV.

DCLIV. Nicändra') Adans. (= Physalödes Boehm, = Calydermus Ruiz et Pavon).

Die Gattung umfasst nur 1 Art, N. physaloides (L.) Gaertn., die jedoch nach den Untersudlungen Bitters s )sehr formenreich ist. Nicandra ist die einzige Vertreterin der Unterfamilie der Nicandr^ae Wettst. DeutlicheBeziehungen zu ihr zeigt jedoch die zu den Lyciinae gehörige, südamerikanische Galtung Cäcabus Bernh.

2431. Nicandra physaloides 3 ) (L.) Gaertn. (= Atropa physaloides L., = Physalis Peru=vidna Mill., = Calydermus crösus Ruiz et Pav.). Giftbeere. Fig. 3395 und 3405e bis i.

Einjährig. Stengel aufrecht, 0,30 bis 1,30 m hoch, etwas kantig, ästig. Laubblättereiförmig oder elliptisch, am Rande buchtig gelappt oder ± buchtig gezähnt, manchmal auchstark eingeschnitten oder (an den oberen Blättern) die Spreiten stark reduziert (laciniate"Formen), auf der Oberseite (besonders in den unteren Teilen der Pflanze) mit farblosenHaaren besetzt. Blüten einzeln, in den Blattachseln, gestielt, überhängend. Kelch aufgeblasen,5=kantig, im Knospenzustande nach innen Wasser abscheidend (Wasserkelch!), die 5 Zipfelam Grunde miteinander verwachsen, herzförmig, zur Fruchtzeit ähnlich wie bei Physalis,(pag. 2579) stark wachsend und die Beere ganz einhüllend. Krone strahlig=symmetrisch (jedochmanchmal Anfänge von Zygomorphie zeigend, vgl. pag. 2562), glockig=trichterig (an die vonConvolvulus erinnernd); Saum 5=lappig, hellblau, Grund weiss, bei manchen Rassen amGrunde mit 5 blauen Malflecken. Staubblätter 5, gleichlang, die Staubfäden in ihrem unteren,stark behaarten Teile an der Innenseite der Blütenkrone angewachsen. Fruchtknoten durchfalsche" häutige Scheidewände in 3 bis 5 ungleich grosse Fächer geteilt, mit zahlreichen

1 ) Nach dem griechischen Arzt und Grammatiker Nikandros aus Kolophon (Jonien), der im2. Jahrhundert v. Chr. zwei in Hexametern abgefasste Lehrgedichte über Heilmittel gegen Gifte (Alexipharmaka)und giftige Tiere iTheriaka) schrieb.

2 ) Bitter, Georg. Die Rassen der Nicandra physaloides. 1. Mitteilung (Beihefte zum Botan. Central«blatt. Bd. 14 [1903], 145 bis 176).

8 I Durch den aufgeblasenen Fruchtkelch etwas an Physalis (vgl. pag. 2579) erinnernd} die Lappen desKelches sind jedoch bei Nicandra nicht soweit hinauf verwachsen wie bei Physalis.