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ginta mit ^uaWyayopou" [m6la mandragöru] übersetzt. Auch Theophrast (Hist. plant. IX, 8) erwähnt
die Mandragora (nach seiner Beschreibung kann es sich hier aber nicht um M. officinarum handeln, eher ist dieTollkirsche [Atropa Belladonna] gemeint!); man soll um sie, schreibt er, 5»mal mit einem Schwert einen Kreisziehen und sie ausgraben mit dem Gesicht nach Westen. Ein anderer aber soll gleichzeitig um die Pflanzeherum tanzen und viel von „Liebeswerk" sprechen. Die letzte Bemerkung deutet wohl auf eine Verwendungder Mandragora als Aphrodisiacum hin. Der jüdischeGeschichtsschreiber Flavius Josephus (I. Jahrh.n. Chr.) teilt in seiner Geschichte des jüdischenKrieges (De bello judaico VII, 6) folgendes mit: „Das Tal,das die Stadt (Machärus) auf der Nordseite einschliesst,heisst Baara und bringt eine wunderbare Wurzel gleichenNamens hervor. Sie ist feuerrot von Farbe und wirftdes Abends Strahlen aus; sie auszureissen ist sehrschwer, denn sie entzieht sich dem Nahenden und hältnur dann Stand, wenn man Urin oder Blutfluss vomWeibe darauf giesst. Auch dann ist bei jeder Be»rührung der Tod gewiss, es trage denn einer die ganzeWurzel in der Hand davon. Doch bekommt man sieauf andere Weise gefahrlos und zwar so. Man umgräbtsie rings so, dass nur noch ein kleiner Teil der Wurzelunsichtbar ist. Dann bindet man einen Hund daran,und wenn dieser dem Anbinder schnell folgen will, soreisst er die Wurzel aus, stirbt aber auf der Stelle als Fig. 3394 A. Graben des Alrauns. Nach einer mittelalterlichen,ein stellvertretendes Opfer dessen, der die Pflanze im Germanischen Museum zu Nürnberg befindlichen Zeichnung
(nach E. von Lippniann, 1894).
nehmen will. Hat man sie einmal, so ist keine Gefahr
mehr. Man gibt sich aber so viel Mühe um sie wegen folgender Eigenschaften. Die Dämonen, d. h. die bösen
Geister schlechter Menschen, die in die Lebenden hineinfahren und sie töten, wenn nicht schnelle Hilfe geleistet
wird, werden von dieser Pflanze ausgetrieben, sobald man sie den Kranken auch nur nahe bringt." Diese
Wurzel „Baraa" wurde schon früh als die Mandragora gedeutet und die Prozedur des Ausgrabens findet man
in mittelalterlichen Handschriften, Zeichnungen usw. nicht selten
bildlich dargestellt. Das germanische Museum in Nürnberg besitzt z.B.
eine solche Darstellung (Fig. 3394 A). Viele Anzeichen weisen darauf
hin, dass der Mandragorakult vom Orient über Griechenland zu den
Rumänen nach Galizien, Südwestrussland, Oberschlesien und Ost»
preussen drang. Aber auch über Italien mag der Mandragoraglaube
nach Deutschland gekommen sein. Aus den oft ohnehin menschlich
gestalteten Mandragorawurzeln schnitzte manFiguren, die „ Alraune"
(Alräunchen), zurecht, bekleidete sie nicht selten mit Tuchlappen
und hielt sie als „glückbringende" Zaubermittel hoch in Ehren.
Uebrigens verfertigte man in Deutschland auch aus Wurzeln bezw.
Wurzelstöcken anderer Pflanzen „Alraune", so aus Bryonia, Iris»
Arten, Alliuro Victoriaiis (vgl. Bd. II, pag. 2191). Noch heutzutage
wird nach v. Luschan in der Gegend von Mersina und Antiochia
(Syrien) die Wurzel der Mandragorapflanze in menschliche Figuren
„umgearbeitet" (Fig. 3393). Den äusseren Anlass zu dem ganzen Man»
dragora»Aberglauben dürfte teils die menschenähnlich gestaltete
Wurzel, teils der Umstand gegeben haben, dass man früh die
c- „on.n j q toxischen Wirkungen des Gewächses erkannte. Man benutzte auch
Fig. 3394B. Mandragora autumnalis Spreng. "
a Blühende Pflanze, b Kelch mit Stempel. die Mandragora im Altertum und im Mittelalter als Anästheticum.
In neuester Zeit fand Leclerc, dass die Tinktur aus der Wurzelein Spasmolyticum und Sedativum darstellt. Eine Wirkung tritt noch dann ein, wenn die Präparate ausBelladonna und Hyoscyamus versagen. Die Tinktur wird vorgeschlagen zur Behandlung von Koliken, zurErleichterung des Tenesmus bei Hämorrhoiden und Afterfisteln, ferner zur Anwendung bei Asthma, Keuch»husten, Heufieber. In warmen Lagen (z. B. an Mauern) und bei Winterschutz durch eine Laubdecke gelingtdie Zucht der M. vernalis auch bei uns.
Als Baumtomate wird die zentralamerikanische Cyphomändra betäcea Sendtner wegen ihrerpflaumengrossen, violettroten Früchte, die wie die Tomate benützt werden, in tropischen Gebirgsgegenden gezogen.
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