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pag. 1404). Nach M. Fischer (Zeitschrift des Allgem. österr. Apotheker»Vereines, 39. Jahrg. 1921) ist dasin der Fruchthöhle eingeschlossene Gasgemisch als formender Faktor der Fruchtbildung tätig. Die Frucht verfügtüber ein inneres Ausscheidungssystem (Drüsenwülste, Spaltöffnungen), wodurch ein Gasaustausch durch dasEndokarp in die Fruchthöhle stattfindet (auch bei der reifen Frucht), während der Gasaustausch nach aussendurch das kutikularisierte Exokarp und das stark verkorkte Kollenchym (1 bis 7 Lagen) nur schwer möglichist. Nestler (Berichte der Deutsch. Botan. Gesellsch. Bd. XXXIX, 1921, pag. 230) beobachtete an frischen,unversehrten Früchten, dass die den Hohlraum auskleidende Innenepidermis samt den Scheidewänden mit zahl,reichen Wassertropfen bedeckt war, die dann in gasförmigem Zustande in die Zentralhöhle abgeschieden unddort festgehalten werden und so einen aufblähenden Drude ausüben. In den Wassertropfen konnte Nestler undzwar oft in grosser Zahl Bakterien (2 Microcöccus=Arten) feststellen, die wohl bei der Befruchtung mit demPollenschlauch ins Innere gelangten. Die bei verschiedenen Arten und Sorten auf der Aussenseite der Frucht»wand vorhandenen untereinander scheinbar parallel und in der Längsachse der Frucht verlaufenden Linien
oder Rippen werden nach Nest ler (Berichte derDeutschen Botan. Gesellschaft Bd. XXIV, 1907) durchden Bau der äusseren Epidermiszellen bedingt. AlsKrankheitserreger findet sich gelegentlich der Keim»lingstöter (Pythium de Baryänum); eine Welkekrank»heit wird durch Verticillium alboätrum erzeugt. Neuer»dings werden die lebhaft gefärbten Früchte im Winterin Kränzen und Trockenbuketts verwendet. Auch lieferndie Blüten ein gutes Bienenfutter. Wiederholt sindabnorme Früchte (zentrale Prolifikation, Synkarpien),ebenso polymere Blüten beobachtet worden. Gelegent»lieh keimen die Samen bereits in den Früchten (Hegi).
Die in Australien und Neukaledonien heimischstrauchige Gattung Duboisia 1 ) R. Br. liefert inD. myoporides R. Br. ein dem Hyoscyaminähnliches Alkaloid, das Duboisin, das als Ersatz fürBelladonna empfohlen wurde. Der Alkaloidgehaltder Blätter ist beträchtlich (1,95 bis 2,18 "/o nachBender). Von D. Hopwöodii F. v. Müller stammtdas Kaumittel Pituri, Fetdierie oder Bedgery, das an.regend wirkt und das Gefühl des Hungers, Durstesund der Ermüdung mildert und so in gewissem Sinnden Tabaksgenuss ersetzt. Es enthält ein dem Nikotinähnliches Alkaloid, das Piturin. Nach dem Kauenriechen die Menschen stark nach Schweiss. Pituri wirdbei allen festlichen Gelegenheiten gekaut, jedoch nurvon den Männern. Uebrigens wird Pituri auch geraucht.
Kulturhistorisch bemerkenswert ist die Alraun,pflanze (Mandrägora)*). Drei Arten (M. officind«rum L., = M.vernälis Bert. ; M. autumndlis Spreng.,= M. microcärpa Bert.; M. Hausskn^chtii Heldr.)gehören dem Mittelmeergebiet, 1 Art (M. cauliiscens Clarke) dem Himalaya an. Wurzel meist dick, rüben.förmig. Stengel stark verkürzt. Blüten glockig mit 5»lappigem Saum. Frucht eine Beere. M. officinarumbesitzt eine dicke, fleischige, spindelförmige, einfache oder verzweigte, bis 60 cm lange Wurzel. Die Laubblättersind kurzgestielt, eiförmig.länglich, oft gekerbt«gezähnt, etwas behaart oder kahl, die unteren sind stumpf, dieübrigen zugespitzt. Die Blütenstiele sind l.blütig. Der Kelch besitzt lanzettliche, spitze Zipfel und ist etwa halbso lang als die grünlich»weisse, etwa 3 cm lange Blumenkrone. Die Frucht ist eine gelbe, kugelige, 2 bis 3 cmim Durchmesser aufweisende Beere. M. autumnalis (Fig. 3394 B) unterscheidet sich von der eben genannten Arthauptsächlich durch die violette Blumenkrone und die mehr eiförmige, gelblich«rote Beere. Die Mandragora sollschon bei den alten Aegyptern als „dja.dja" bekannt gewesen sein. Ob unter der Pflanze „dudaim" der Bibel(Genesis XXX 14 bis 17) wirklich die Mandragora zu verstehen ist, erscheint zweifelhaft, wenn auch die Septua»
Fig. 3393. Alraunmännchen (Radix Mandragorae), Vorder- undRUckenansicht, als „Alrauntiaur" geschnitten unter dem Namen„Antiqua", aus einem arabischen Bazar von Alexandrien.
*) Nach einem französischen Botaniker Dubois.
s l Griech. fiafd^ayogas [mandragöras] = Name von Mandragora-Arten in der Antike; die Bezeichnungstammt vielleicht aus dem Persischen.