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5,4 (1927) Dicotyledones : (V. Teil), Sympetalae
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artigem, brennendem Geschmack; bereits beim Berühren entwickeln sie einen sehr scharfen, heftig zum Niessenreizenden Staub. Das Sammeln und Verpacken der Früchte greift die Augen und Schleimhäute an, weshalbder Anbau im Grossen nicht beliebt ist. Der scharfe Geschmack beruht auf dem in den Plazenten gebildetenAlkaloid Capsaicin (CistfeNOs), auf die Haut gebrachtwirkt es blasenziehend. Durchschnittlich enthalten dieFrüchte von Capsicum annuum 1 i,2% Wasser, 15,47°/oStickstoffsubstanz, l,12°/o flüchtiges Oel, 12,49°/o fettesOel, 34,78 % stickstoffreie Extraktsubstanz, 20,76 °/oRohfaser und 5,17 °/o Asche. Die Samen zeichnensich durch einen verhältnismässig grossen Fettgehalt (bis28%) aus; dagegen fehlt ihnen wie der Frucht wand dasCapsaicin. Aus den reifen Früchten wird durch Mahlendas beissende Gewürz Paprika bereitet, das in Ungarnmit Vorliebe zu Gulasch und anderen Nationalspeisenverwendet wird; auch bildet es einen Bestandteil derMixed Pickels oder es wird wie in Indien im Currydem Reis zugesetzt oder dient zum Verbessern vonschlechtem Essig. Oefters (so in Italien und in Wien)werden Sorten mit grünbleibenden Früchten, die fast keineSchärfe besitzen, als Gemüse (in schmalen Streifen ge»schnitten) gegessen; sie gelangen auch nach Mitteleuropazum Verkauf. Medizinisch hat die Frucht (FrüctusCäp«sici, Piper Hispänicum) bezw. die daraus hergestelltenPräparate (Emplastrum Capsici, Tinctura Capsici, LiquorCapsici compositus, Pain Expeller, Spiritus Russicus) Be-deutung. Die Droge gehört wie Canthariden (SpanischeFliegen), Crotonöl, Thapsiapräparate zu den Vesikantien,die scharfe, reizende Stoffe enthalten. Sie findet gelegent«lieh als Stomachicum, Diureticum, Aphrodisiacum, beiDelirium tremens, bei Dyspepsien, bei chronischemErbrechen, Seekrankheit, zur Beförderung der Darmperistaltik, besonders aber äusserlich als Rubefacienszu scharfen ableitenden Einreibungen bei Muskel» und Sehnenrheumatismus, Gicht, Lähmungen, weiter als Zu»satz zu Mund, und Gurgelwässern, zu Zahntropfen, als Haarwuchsmittel usw. Verwendung. Der russische Spiritus

enthält 2 Teile grob gepulverten spanischenPfeffer, 5 Teile Ammoniakflüssigkeit, 75 TeileWeingeist, 2 Teile Kampfer, 3 Teile Terpentinöl,3 Teile Aether, 2 Teile Glyzerin und 10 TeileWasser (D. A. VI, 1927).

Verfälschungen des Pulvers erfolgen mitMehlprodukten, Oelkuchen, Eichenrinde, Sandel«holz, Curcuma, Ocker, Ziegelmehl, Mennige. DerZusatz der letzteren hatte 1923 in Widin (Bul»garten) zur Folge, dass dort nicht weniger als1000 Personen an Bleivergiftung erkrankten. DieAnzucht aus Samen geschieht bei uns am zweck«massigsten im Mistbeet, in Töpfen oder wenig«stens an einem sehr warmen, geschützten Stand»ort und zwar soll die Saat nicht vor Ende Märzerfolgen. Die Keimung vollzieht sich in 8 bis10 Tagen. Das Auspflanzen mit Ballen darferst nach der letzten Frostgefahr (Ende Mai)geschehen. Nach R. Windisch hat die Cap»sicum.Pflanze ein hohes Kalibedürfnis (dann folgtStickstoff und in ziemlichem Abstand Phosphor«

Fig. 3391. Capsicum annuum L. a Sprossstiick mit Blüten undFrüchten, b Blüte von oben, c Frucht, d Schnitt durch den Samen,e durch die Samenhaut. / Epidermiszellen (sog.Gekrösezellen").Fig. e und / nach Prantl-Pax.

Fig. 3392. Fruchtformen von Capsicum annuum L.

säure), was auch in der Zusammensetzung der Frucht zum Ausdruck kommt. Nach Bitto besteht die Rein«asche der Frucht zu 55,59 °/o aus Kalioxyd. Die Frucht gehört wohl zur Gruppe der Blähfrüchte oder Pneumato»karpien, wie sie von Baumgärtel bei Leguminosen und Staphylaea»Arten beschrieben worden sind (vgl.Bd.IV/3,

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