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5,4 (1927) Dicotyledones : (V. Teil), Sympetalae
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straudi mit kahlen Laubblättern aus Zentralamerika. Fruchtkelch vergrössert. Blüten weiss bis hellgelb, wohl,riechend. Die fast kugeligen, bis 1 kg schweren Früchte haben einen apfel. oder melonenartigen Geschmack. Gleich»falls in Warmhäusern wird gelegentlich S. hirsüta Don mit ± behaarten und klebrigen Laubblältern gezogen.Fabiana') imbricäta Ruiz et Pav. (Fig. 3390) aus den Gebirgen von Chile. Immergrüner, sehr ästiger,1 bis 2 m hoher Strauch mit kleinen, linealen, schuppenförmigen, sitzenden, dachziegelig angeordneten,umgerollten Laubblättern. Blüten sitzend, einzeln an den Spitzen der Aestchen. Kelch kurzglockig, 5»zähnig.Krone weiss, röhrig-trichterförmig, mit oben bauchig erweiterter Röhre und kurz 5 lappigen, stumpfen, zurück,geschlagenen Zipfeln. Kapsel 2.klappig, aufspringend; die Klappen 2=spaltig und am Rande einwärts gebogen. DieArt ist eine wohlbekannte Kalthauspflanze, die erst bei10° C erfriert und deshalb im Freien angepflanzt werdenkann. Sie ist ein williger Blüher und kann durch Stecklinge vermehrt werden. In der Tracht erinnert Fabianaimbricata an Erica.Arten oder an Juniperus Sabina. In Chile wird sie Herba Fabiänae imbricätae, Herba Pichi.Pichi,

Lignum Pichi.Pichi seit alter Zeit als Heilmittel gegen den Leberegel (Distomum hepä=ticum Zeder) beim Klauenvieh verwendet, ebenso gegen die Pizquinkrankheit derSchafe und Ziegen. Als Extractum Pichi.Pichi fluidum et spissum ist die Drogeseit 1885 auch in Europa als reiz, und schmerzstillendes Mittel bei Nieren, undLeberleiden bekannt und wird neuerdings gegen Gonorrhoe und Cystilis empfohlen.Sie enthält Fabiana. Glykotannoid, Fabianaresen, Fett, Wachs, Chrysatropasäure(l..Methylaesculetin, Spaltungsprodukt des Glykosides), ätherisches Oel (Fabianol),Cholin, ein Weichharz, Zucker, Magnesiumphosphat, jedoch kein Alkaloid.

Eine wichtige Gewürzpflanze ist p si cu m 2 ) an n u um L., SpanischerPfeffer, Paprika, Roter Pfeffer, Beissbeere, Indischer oder Türkischer Pfeffer,Schoten.Pfeffer. Franz.: Piment annuel, poivre d'Espagne, poivre d'Inde; engl.:Pod pepper, red pepper; ital.: Peperone, pepe cornuto. Fig. 3391 und 3392.

Einjähriges, 20 bis 50 (100) cm hohes Kraut mit aufrechtem, sparrigverzweigtem, kahlem Stengel. Laubblätter lanzettlich bis eiförmig, am Grundekeilförmig, ganzrandig oder leicht geschweift, gestielt. Blüten einzeln oder gepaartoder zu dreien, nickend. Kelch halbkugelig, glockenförmig, mit 5 (bis 7) kurzenZähnen, zur Fruchtzeit nicht vergrössert. Krone radförmig, kurzröhrig, weiss bisgelblich, selten purpurn bis violett. Staubblätter 5, episepal, mit violetten Antheren,dazwischen 5 kleine papillöse Staminodien. Frucht eine wenig saftige, aufge.blasene, 5 bis 12 (15) cm lange und bis 4 cm dicke, kugelige bis walzenförmige,aufrechte oder hängende, wenigstens oben einfächerige, im unteren Teile 2. bis3>fächerige, vielsamige Beere (Blähfrucht)j Fruchtwand derb, lederig, glänzend,brüchig, scharlachrot, rot, gelb, violett oder schwarz. Samen gelblichweiss, flach,nierenförmig, 3 bis 5 mm im Durchmesser und 0,5 bis 1 mm dick, am Randeverdickt, mit grubiger Oberfläche. VI bis IX. Als Heimat der Pflanze ist dastropische Amerika anzusehen. Von hier gelangte sie bald nach der EntdeckungAmerikas nach Europa (Fuchs erwähnt Kulturen aus Deutschland im jähre 1542,Clusius solche bei Brünn 1585), Afrika und Asien. Nach Südungarn kam sieerst um 1748. Heute werden verschiedene Capiscum.Arten in Europa, besondersin Ungarn (Hauptkulturzentren sind Szegedin und Kalocsa), Bulgarien, Griechen,land (Saloniki), Serbien, Rumänien, Südrussland (Astrachan), Spanien (ProvinzMurcia, Granada, Alicante, Estremadura), Südfrankreich und Italien, dann in Vorderindien, China, Japan, Nord,(seit 1885), Süd. und Mittelamerika angebaut. Im Gebiet wird C. annuum gelegentlich verwildert (wohl ausAbfällen von Delikatesshandlungen stammend) angetroffen, so bei Speyer (1903), Birsfelden (1914; und Ruchfeld(1918) bei Basel, Solothurn (1918), bei Fully im Wallis (1914).

Die sehr zahlreichen (über 50) Formen, die öfters als besondere Arten angesehen werden, unter,scheiden sich sowohl in der Schärfe (einzelne sind sogar süss) wie in der Farbe, Form und Grösse der Frucht(Fig. 3392), sowie in der Dicke der Fruchtwand; die Farbe geht von olivgrün oder gelb in allen Abstufungen,bis orange, karminrot und schwarzviolett. Auch C. löngum DC. mit längeren (bis 15 cm), hängendenFrüchten dürfte wohl nur eine Abart von C. annuum sein, ebenso das ausdauernde, strauchige C. frut^scens L.,das in England und Amerika olfizinell ist und wie C. minimum Roxb. und C. fastigiätum Bl. den Cayenne-oder Guinea.Pfeffer oder Chillies liefert. Die Früchte sind fast geruchlos, jedoch von sehr scharfem, pfeffer»

Fig.3390. Fabiana imbricataRuiz et Pav. a Blühender Zweig.b Blüte, c Kapsel.

') Nach Franzisco Fabiano, Erzbischof von Valencia, einem bot. Dilettanten, benannt (Wittstein).

2 ) Wohl zu lat. cirpsa = Kapsel, Behälter, mit Beziehung auf die Frucht; im botanischen Sinn istallerdings die Frucht keine Kapsel, sondern eine Beere.