2553
Samen halbreifen Saatgutes auszuüben. Die Embryoentwiddung ist neuerdings von R. Soueges studiertworden. Darnach besitzen die Solanaceen keine eigentliche Hypophysenzelle. Mit der Embryogenie der Sero»phulariaeeen und Labiaten hat jene der Solanaceen keine bemerkenswerte Aehnlichkeit; dagegen sollen lieber«einstimmungen mit Linum catharticum bestehen. Nach ihrer systematischen
Stellung gehören die Solanaceen in die Reihe der Tubifloren. Die Gattungen [Wi
mit hauptsächlich aktinomorphen Blüten (Nicandrdae, Solan^ae, Datur^ae) R t 3^5*',oJneigen morphologisch zu den Tubifloren.Familien mit aktinomorphen Blüten
(z. B. Convolvuläceae, Boraginäceae) hin, während die Gruppen mit zygo» TjHrWli*
morphen Blüten (Cestreae, Salpiglossxdeae) nahe Beziehungen zu den Sero» C
phulariaeeen aufweisen. Nach Wettstein dürfte daher die Familie der _ f jafei fj^
Solanaceen ähnliche Entwicklungsstufen mehrerer Entwicklungsreihen um» , j
fassen. Den Uebergang der Scrophulariaceen zu den Solanaceen bilden | ' 'S«/
die Verbasc6ae (die mit den Aptosim6ae daher als die Unterfamilie Pseudo»
solange zusammengefasst werden), bei denen die Kronröhre sehr kurz |r JHl
und die Blüte fast aktinomorph ist. Dass man die Cestreae und Salpi» 1 v juSjjjril
glossfdeae nicht zu den ihnen sehr ähnlichen Scrophulariaceen stellt, ist ■fß'
durch das Vorhandensein gewisser typischer Solanaceen »Merkmale im /MWy llßlFls
anatomischen Bau (bikollaterale Leitbündel 1) und in der Knospenlage sSM/,/
begründet. CC II
Die Einteilung der Familie ist (nach Wettstein) in ihren ______ l Jf
Grundzügen folgende s /
I. Keimling deutlich gekrümmt. Alle 5 Staubblätter fertil, nurwenig verschieden.
1. Fruchtknoten 3» bis 5»fächerig (durch falsche Scheidewände) m
i.Nicandreae. \(
2. Fruchtknoten 2> Vvll •' )fi\ t)
r*Jn f ]\ fächerig) 2. So 1 an ea e. / 1 k
f r X v 1 A a) Blütenhülle röh« ß-JöL
\ V / t ^ V / ' * \ «"ig °der schmalglockig. Ws&Jr s g"*? -
y V ) J I TV I "4 /Oi I Beeren, seltener Stein»
/• h ''\ \ \ \ /'•• ) früchte oder lieber» ® S
- \ j! ' J g an g e von Steinfrüchten fjg. 3386. Petunia hybrida hört.
x ZU Beeren a) Lyciinae a Blühender Spross. b Staubblatt,yt - b) Blütenhülle trich. e Querschnitt durch die Frucht.
v^\ k 'erfg oder glockig. Kapseln . . . b) Hyoscyaminae.
r^TFrr*tefc V c) Blütenhülle radförmig oder glockig. Meist
'fi\ \W / I () ^ ausgesprochene Beeren, teilweise aber noch mit Steinzell»
\ JKte/ •' ■) -S~— ■■jJtrW körnern c) Solaninae.
W d) Staubfäden am Rficken der Antheren befestigt
J» WFJ/ X oder am Grunde des breiten Konnektivs. Hauptachse
oft verkürzt. Beeren . . . . d) Mandragorinae.3. Fruchtknoten durch falsche Scheidewände 4»fächerig
3. Datureae.
If. Keimling gerade oder nur schwach gekrümmt.
1. Alle Staubblätter fruchtbar . . 4. Cestreae.
a) Frucht eine Beere . . . . a) Cestrinae.
b) Frucht eine Kapsel . . b)Nicotianinae.
2. Meist nur 2 bis 4 Staubblätter fruchtbar . . Salpiglossideae.
Die Familie der Solanaceen ist mit etwa 1700 Arten
, (nach G. Bitter, der die Anzahl der Solanum-Arten alleinFig. 3387. Oestrum aurantiacum Lindl, a Blühender . _ , .
Zweig. 6 Blute, c Längsschnitt durch dieselbe. auf ± 2000 angibt, waren es noch bedeutend mehr 1) in
etwa 70 Gattungen hauptsächlich in den tropischen undextratropischen Teilen der alten und neuen Welt verbreitet. Das Hauptverbreitungsgebiet ist Zentral» undSüdamerika. Etwa die Hälfte der Gattungen ist auf Südamerika beschränkt; ein Viertel findet sich in Nord»und Südamerika, Australien und Neuseeland (letztere mit einigen endemischen Gattungen). Auf St. Helena