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5,4 (1927) Dicotyledones : (V. Teil), Sympetalae
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in Trockenheit im Munde und Halse, Pupillenerweiterung, Sehstörungen, Schluckbeschwerden, Rotfärbung undTrockenheit der Haut, Pulsbeschleunigung (bis auf das Doppelte), Delirien mit Halluzinationen, tobsuchtähnlichenAnfällen, schliesslich in Schlaftrunkenheit, allgemeiner Lähmung. Als Gegenmittel bei Atropinvergiftungen werdenangeführt Brechmittel, Auspumpen des Magens, Magenspülungen mit Tannin oder übermangansaurem Kalium,gepulverte Holzkohle (teelöffelweise dargereicht), starker Kaffee, Zitronensaft, Essigsäure, Morphin, Pilocarpin.In der Heilkunde verwendet man das Atropin und seine Verwandten zur Ruhigstellung der Iris, zur Behebungvon gewissen krampfhaften Zuständen, zur Hemmung der Schweissabsonderung, sowie als beruhigendes undschlafbringendes Mittel. Ferner soll es bei akuten Morphinvergiftungen gute Dienste leisten können. Offizinellsind Atropinum sulfuricum, Scopolaminum hydrobromicum, Homatropinum hydrobromicum, Extractum Bella,donnae, Extractum Hyoscyami. Ueber die von Solanaceen gewonnenen Drogen vgl. die betr. Arten! Auchdas Solanin hat stark giftige Eigenschaften; es wirkt lähmend auf das Zentralnervensystem. Gaben von 0,2 gSolanin erzeugen zunächst Kopfschmerz, Betäubung, Kratzen im Halse, trockene Haut. Dagegen bleibt diePupille im Gegensatz zum Atropin normal. Oertlich wirkt Solanin entzündungserregend und nekrotisierend.

Ueber Vergiftungserscheinungen nach Genuss solanin«haltiger Kartoffeln vgl. S. 2599, über Nikotin S. 2617.

Biologisch ist zu bemerken, dass in derGattung Solanum die meisten Arten der Sektion Tube«rarium mit unterirdischen, knolligen Wurzelstöcken ver«sehen sind (vgl. Solanum tuberosum, pag. 2597). Para.sitisch lebende Gewächse sind bisher unter den Sola»naceen nicht festgestellt worden, epiphytisch (im Humusvon Astlöchern auf Bäumen) leben das knollentragendeSolänum morelliförme Bitter et Moench (Südmexiko),sowie Juanullöa»Arten und Lyciänthes parasitica. Nachihren Bestäubungsverhältnissen gehören die Nacht»Schattengewächse teils zu den Pollenblumen (z. B.Solanum), teils zu den Hummel» (Atropa, Scopolia)oder Falterblumen (z. B. Nicotiana). Einige tropischeDatura«Arten werden vielleicht durch Vögel bestäubt(ornitliophil). Der Nektar wird meist unterhalb desFruchtknotens abgeschieden. Proterogyn sind z. B.Physalis, Scopölia, Hyoscyamus, homogam z. B. Dattira,Nicotiäna. In letztgenanntem Falle wird jedoch Fremd»bestäubung infolge der hervorragenden Stellung derNarbenbegünstigt. Die Früchte, soweit sie beerenartig sind, wer»den z. T. wohl durch Tiere verbreitet. Die blasig aufge»triebenen Fruchtkelche von Physalis und Nicandra werdenvon manchen Forschern als Schutzeinrichtungen für dieausreifenden Früchte angesehen (s. Nicandra pag. 2562).Bei den Kapseln, die sich an der nach oben gekehrtenSeife durch Längsrisse oder Deckel öffnen, haben die Samen die Möglichkeit durch den Wind langsam aus«gestreut zu werden. Fast bei allen Solanaceen sind an den Knospen«, Blüten« und Fruchtstielen Bewegungenzu beobachten. Bei den beerenfrüchtigen Solaninen und Lyciinen verharren nach K.Troll die Fruchtstielein der Regel in der nickenden Lage oder begeben sich postfloral in dieselbe. Einzig bei Solanum capsica«strum, S. Pseudocapsicum und einige anderen Solanum»Arten richten sich die Fruchtstiele postfloral auf. Beider Tollkirsche sind bei Pflanzen sonniger Waldschläge die Beerenstiele fast stets in der Sprossrichtung geradegestreckt. In tiefschattigen Wäldern dagegen sind diese derart nach abwärts gebogen, dass jede Beereunter ein grosses laubblattartiges jS.Vorblatt zu liegen kommt, das dann ein schützendes Dach darüberbildet, ähnlich wie etwa das Tragblatt von Impatiens Noll tangere über seinen Blüten. Von oben ist aneinem solchen Schattenzweige mit den plagiotropen, in einer Ebene ausgebreiteten Laubblattern von einerBeere nichts zu sehen. Alle kapselfrüchtigen Solanaceen zeigen dagegen fast durchwegs eine aufrechteStellung der Frucht. Entweder sind die Stiele bereits bei der Anthese aufgerichtet (Nicotiana«Arten,Hyoscyamus usw.) oder das Aufrichten erfolgt erst postfloral negativ geotropisch (Nicotiana glauca).

Die Samen der Solanaceen verhalten sich sehr verschieden gegenüber der Beeinflussung durchphysikalische Faktoren. Im allgemeinen ist die Reifezeit der Samen sehr eng begrenzt; eben reif (halbreif)abgenommene Samen verderben im feuchten Keimbett zum grössten Teil. Daher vermag auch der ungenügendeReifezustand keinen wesentlich günstigen Einfluss auf die Keimungsgeschwindigkeit der entwicklungsfähigen

Fig. 3385. Cestrum (Habrothamnus) elegans Schlechtend.a Blütenzweig, b Blüte, c Längsschnitt durch dieselbe.