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5,4 (1927) Dicotyledones : (V. Teil), Sympetalae
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Cyphomdndra, Lycium, Dunälia u. a. mehr) finden sich in verschiedener Menge Steinzellkonkretionen (ähnlichwie im Fruchtfleisch der Birne!). Phylogenetisch sind diese Steinzellkörper als hervorgegangen aus der Zer»Spaltung des ursprünglich einheitlichen sklerotischen Endokarpmantels zu betrachten, wie er sich noch beiGraböwskia und manchen Lycium.Arten findet. Nach den Untersuchungen von G. Bitter 1 ) lassen sich ausdem Vorhandensein und der Art der Ausbildung dieser Steinzellkonkretionen wichtige Schlüsse auf die Syste.matik bezw\ die Phylogenie der Arten und Gattungen ziehen. In vielen Solanaceen findet sich der oxalsaureKalk in Form von Kristallsand abgelagert (Fig. 3384).

In chemischer Hinsicht sind die Nachtschattengewächse durch das Vorkommen mehrerer, meist sehrst ark giftiger, z. T.mydriatischer" Alkaloide ausgezeichnet. 2 ) Die wichtigsten davon sind: das Hyos.cyamin C17H23NO8 (in Hyoscyamus, Atropa, Mandragora, Datura, Scopolia). Es ist optisch aktiv, links-drehend, in kaltem Wasser schwer löslich, dagegen leicht löslich in Alkohol, Aether und Chloroform.Isomer mit dem Hyoscyamin (dessen Razemform) ist das Atro.pin (1831 von Mein entdeckt). Durch verseifende Mittel

wird es in die stickstofffreie Tropasäure CoHr,

und in das Tropin CsHisNO gespalten. Durch Behandlungmit wasserentziehenden Mitteln geht das Atropin in dasApotropin (= Atropamin) über. Isomer mit diesem ist dasBelladonnin C17H21NO2. Häufig ist ferner das Scopol«am in C17H21NO1 (in Hyoscyamus niger, Scopolia, Mandragora,

Datura). Wird es verseift, so spaltet es sich in Tropasäure(vgl. oben) und in Scopolin CsHuNOs. Daturin ist ein Basen«gemisch von 50 bis 70% Atropin, das übrige ist Hyoscyamin,

Scopolamin usw. Hyoscin ist wahrscheinlich mit Scopolaminidentisch. Solan in CsaHeiNOis (in verschiedenen Solanum«

Arten) ist ein Glykoalkaloid (1820 von Desfosses imBeerensaft von Solanum nigrum entdeckt). Seine Spaltungdurch Säuren verläuft (nach Sieger 1915) folgendermassen:

C öi H 'ji NO i 8 (Solanin) + H2O = C34H57NO2 (Solanidin) + C6H12O0(Glukose) + CeHiäOe (Galaktose) + C6H12O5 (Rhamnose). DurchEinwirkung von wasserentziehenden Mitteln auf Solanidin ent»steht Solanicin CsiHssNO. Auch das Nikotin C10H14N2 (inNicotiana«Arten) gehört zu den Alkaloiden. Die Tropeine(Hyoscyamin, Atropin, Scopol.mi»), die j. ch«i s d,h, f*»»,

nahe miteinander verwandt sind, gleichen sich auch sehr in (nach E. Gilg).

ihrer physiologischen Wirkung. Besonders kennzeichnend ist

ihrenrydriatische" Eigenschaft die Pupille zu erweitern. Es beruht dies auf einer Lähmung der letzten En«digungen oder Endapparate des Nervus oculomotorius (Bewegungsnerv für die meisten Muskeln des Auges 1)im Ringmuskel der Iris. Ebenso treten bei Gaben von 0,001 bis 0,002 g Atropin Lähmungen der glattenMuskulatur der Speiseröhre, des Darmes, der Bronchien, der Harnblase usw. auf. Noch grössere Gaben habenLähmungen der Vagusendigungen im Herzen zufolge. Auf das periphere Nervensystem wirkt das Atropinauch durch Unterdrückung aller Sekretionen; 0,0005 g Atropin genügen schon, um die Schweiss« und Speichel«absonderung zum Stillstand zu bringen (Lähmung der Drüsennervenendigungen). Auf das zentrale Nerven-system wirken Gaben von 0,002 g Atropin an zunächst stark erregend (Halluzinationen, Tobsucht), später undin grösseren Gaben folgt Lähmung; 0,1 g Atropin kann den Tod herbeiführen. Noch heute werdenBelladonnapräparate bei krampfhaftem Hustenreiz, bei Tussis convulsiva, Asthma, Enuresis nocturna,Epilepsie, langandauernden Obstipationen, Pylorospasmus usw. verwendet. Die Hyoscyamin« und nochmehr die Scopolaminwirkung unterscheidet sich hier von der des Atropins dadurch, dass der anfänglicheErregungszustand kürzer ist (oder überhaupt nicht hervortritt) und dass sehr bald die Lähmung (Narkose) auftritt.Die AtropinaVergiftung (Vergiftung durch Tollkirsche, Stechapfel, Bilsenkraut) äussert sich demnach hauptsächlich

') Bitter, G., Steinzellkonkretionen im Fruchtfleisch beerentragender Solanaceen und deren syste-matische Bedeutung. In Engler's Botan. Jahrb. Bd. 45 (1911), 483 bis 507. Ders., Weitere Untersuchungenüber das Vorkommen von Steinzellkonkretionen im Fruchtfleisch beerenlragender Solanaceen. In: Abhandl.Naturw. Verein Bremen Bd. 23 (1914), 114 bis 163.

2 ) Vgl. Baur, Ed., Studien über die Bedeutung der Alkaloide bei Solanaceae, besonders bei Atropaund Datura. Dissertation, Bern 1919.