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5,4 (1927) Dicotyledones : (V. Teil), Sympetalae
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entwickelt sich eine Achselknospe. Auf diese Weise entsteht eine gabelige Verzweigung, in deren Mitte die Blütesteht. Nun rüdcen aber die beiden Blätter an ihren Achselsprossen hinauf und zwar bis (oder fast bis) zu deren

ersten Verzweigung. Auf diese Weisesitzen sie einzeln bei den Gabelver.zweigungen, so dass es den Anscheinhat, als ob den Zweigen die Tragblätter(Deckblätter) fehlten. Bei Atropa Bella»donna L. ist der blütentragende Stengelfolgendermassen aufgebaut (Fig. 3383C)sDer mit der Blüte I abschliessende Stengelträgt ein Vorblatt a ; das zweite Vorblatt ßist jedoch an dem Stengel des mit Blüte IIabschliessenden Seitensprossen so weithinaufgeschoben, dass es dicht unterdessen Vorblatt <*' steht. Dadurch, dasssich diese Verschiebungen stets wieder»holen, stehen unter jeder Blüte immer2 Blätter, nämlich das grössere Trag-blatt b, ß, ß', ß" des Blütensprossesselbst und das kleinere Vorblatt derbetr. Blüte «, Ganz ähnlich

ist auch der Aufbau bei Physalis, Sco=polia und Capsicum. Bei Solanumhier die Blütenstandsachsen, also die

Fig. 3382. Reife Früchte: a von Nicotiana rustica, b von Hyoscyamus niger (mitKelch), c von Atropa Belladonna, d von Datura Stramonium.

als

nigrum (Fig. 3383 E) tritt insofern eine Komplikation ein,

Enden der relativen Hauptachsen, ähnlich wie dieBlätter an den Seitenachsen emporgewachen sind. Dem»zufolge sind scheinbar unverzweigte Hauptachsen, ge.paarte Blätter, extraaxilläre Blüten bezw. Blütenständevorhanden. Schwendener bringt übrigens die schiefeInserierung des Fruchtknotens mit dengepaarten" Deck»blättern in Zusammenhang. Diese sollen nämlich media»nisch wie ein zwischen ihnen gelegenes Blatt wirken.

Tatsächlich ist auch die schiefe Stellung der Fruchtblätteram häufigsten bei den Arten mit gepaarten Blättern anzu»treffen. Wie Goebel (Entfaltungsbewegungen [1920],pag. 304) feststellte, sind in der Länge und Ausbildungder entfalteten Filamente Verschiedenheiten vorhanden.

Am meisten gefördert sind die annähernd mit denbeiden Fruchtblättern alternierenden seitlichen (oberen)

Staubblätter; das fünfte, auf der Minusseite gelegeneist bei Petunia das kürzeste, bei Salpiglossis (Fig. 3381 F)ist es ganz verkümmert, während bei Schizanthus über»haupt nur die 2 Staubblätter (Fig. 3381 C) ausgebildet sind.

Anatomisch sind die Nachtschattengewächsedadurch ausgezeichnet, dass sie bikollaterale Leitbündelbesitzen, d. h. Leitbündel, die nicht nur nach aussen,sondern auch nach innen zu einen Siebteil bilden. Derintraxyläre" Weichbast (Siebteil) wird häufig von Skleren,chymfasern begleitet. Die Gefässe sind einfach per»foriert. Bemerkenswert ist ferner, dass bei 1.jährigenSolanaceen (z. B. Solanum nigrum, Datura stramonium)das mechanische Gewebe viel stärker entwickelt ist alsbei anderen l.jährigen Gewächsen. Sie stellen dadurchin gewissem Sinne ein Verbindungsglied zwischen1 »jährigen und ausdauernden Pflanzen dar. Bei perennie»renden Solanaceen greift die Sklerotisierung der Gewebe in den steifen Zweigen sogar auf das Mark über. ImFruchtfleisch vieler beerentragender Solanaceen (in den Gattungen Solanum, Withänia, Physalis, Sarächa,

Fig. 3383. Schematische Darstellung der Verzweigung und Blatt-stellung in der blütentragenden Region der Solanaceen: A und BDatura Stramonium (A mit gleich starken Achsen. Ii mit Förderungeiner Achse), C und D Atropa Belladonna, E Solanum nigrum.I, II, III sukzessive Sprossgenerationen, b Deckblatt von I; u, ß Vor-blatt von I und zugleich Deckblatt von II; « , ß' Vorblatt von II undzugleich Deckblatt von III usw. Das Hinaufwachsen der Blatter undSprosse ist durch schraffierte Streifen ausgedrückt (nach E i c h 1 e r).