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5,4 (1927) Dicotyledones : (V. Teil), Sympetalae
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Schon bei anderen Gattungen (z. B. bei Origanum, Thymus, Lycopus, Satureja, Nepeta, Gledioma, Ballota,Stachys, Prunella) bleibt ein Teil der Blütenachse als meist weisslidiePseudostrophiole" an den Nüsschen.Diese ursprünglich vielleicht nur als Trennungsgewebe wirkenden Anhängsel werden bei den Myrmekochorenzu Oelkörpern (Elaiosomen). Mit der Myrmekochorie stehen wohl auch die grossen Ansatzflächen der Nüsschenvon Ajuga und Rosmarinus in ursächlichem Zusammenhang. Eigentliche Myrmekophilie, d. h. Bildung vonregelmässig von Ameisen bewohnten Hohlräumen in vegetativen Organen, ist bisher nur von einigen tropischenHyptis.Arten bekannt. Schliesslich reiht sich hier noch die Autochorie, d. h. die Ausbreitung durch Aus»läufer (Ajuga, Glechoma, Lamium Galeobdolon u. a.) und an solchen gebildete, an Ort und Stelle ausfallendeNüsschen an. Die Keimung erfolgt stets epigäisch. Die Spreite der meist gestielten Keimblätter ist in derRegel rundlich und am Grund oft mit zahn, oder öhrchenartigen Fortsätzen versehen (Fig. 3177 und 3181). Nachden Feststellungen W. Kinzel's keimen am besten nach Licht« und Frosteinwirkung: Mentha« und Lycopus»Arten, Gledioma, Prunella, Scutellaria galericulata, Lamium album; bei Licht und Temperaturen um 0°-. Salviaofficinalis, Teucrium Chamaedrys und T. Botrys; bei Einwirkung von Licht und höheren Temperaturen: Saturejaacinos, Thymus Serpyllum, Leonurus, Horminum; nach Frosteinwirkung im Dunkeln : Melittis, Stachys silvaticus,Galeopsis Ladanum, Salvia glutinosa; im Licht wie im Dunkeln mehrere Stachys» und Salvia-Arten u. a.

Entsprechend den sehr verschiedenenSchutzstoffen" sind auch die meisten Parasiten (besondersUredineen, Gallmilben und Gallmücken) hochgradig spezialisiert, d. h. an einzelne Gattungen oder Artengebunden, immerhin gibt es hievon auch Ausnahmen. Von den auch auf Vertretern anderer Familien schmarotzen,den Pilzen befallen Syndiytrium aureum Schröt. und Erysibe Cichoriacearum DC. auch zahlreiche Labiaten. Nurauf Labiaten, aber auf zahlreichen Gattungen schmarotzen Peronöspora lämii A.Br. (Lamium, Stachys, Satureja,Thymus), Erysibe galeöpsidls DC. (Satureja, Ballota, Stachys, Leonurus, Lamium, Galeopsis, Salvia) undPuccinia m 6 n t h a e Pers. (auf den meisten Saturejeae und Nepeta). Auf den Stengeln zahlreicher Gattungenleben saprophytische Ascomyceten aus den Gattungen Didymosphaeria, Lophiöstoma, Ophiöbolus, Pleösporau. a. Von den zahlreichen, auf Labiaten lebenden Insekten scheinen einige die aromatischen Arten entschiedenzu bevorzugen, so einzelne Chrysomeliden, die Larven von Cassida, die das Blattparenchym von Mentha,Lycopus, Melissa, Salvia, Nepeta usw. bis auf die untere Epidermis fensterartig abweiden, Rüsselkäfer derGattung Apion, von denen einzelne auch Gallen erzeugen, Bärenraupen (Arctia, Spilosoma u. a.) und Blatt»läuse (z. B. die Knospengallen bildende Aphis n£petae Kalt, auf Satureja, Origanum, Nepeta).

Von nicht durch Parasiten verursachten Bildungsabweichungen seien genannt: Zwangsdrehung desStengels, verbunden mit Spiralstellung der Blätter (besonders häufig bei Mentha, doch auch bei Thymus,Hyssopus, Dracocephalum, Stachys, Leonurus, Lamium, Galeopsis, Salvia u. a.), seltener Spiralstellung ohneDrehung der Blätter (Lamium, Physostegia, Monarda), Verbänderung, mehrgliederige Blattquirle (häufig3 Keimblätter z. B. bei Lamium), Gabel» und Zwillingsblätter (aus doppelten Blattanlagen), seitliche Verwach-sungen sonst normaler Blätter (Stachys, Salvia), Schlitzblätter (Lamium, Marrubium), Schlauchblätter u. a.Besonders verschiedenartige Missbildungen treten in den Blütenständen auf, so Bracteomanie (Vergrösserungund oft auch petaloide Färbung der Trag, und Vorblätter und Verkümmerungen der Blüten)-, Verwachsungenund Vergrünungen ganzer Blüten. Pelorien sind noch häufiger als bei den Scrophulariaceen (Fig. 3180).Meist sind die Pelorien regelmässig 4»gliederig; doch kommen auch Hemipelorien mit 2 Oberlippen (Bilabriebei Ajuga) oder Unterlippen (Bilabiolie bei Galeopsis) vor. Polymerie und Oligomerie ist namentlich bei derKrone der Saturejeen häufig. Petalodie des Kelches ist bei Nepeta, Prunella, Phlomis, Lamium, Galeopsisu. a., Sepalodie der Krone bei Teucrium, Thymus, Stachys, Galeopsis, Salvia u. a. beobachtet worden. Spiral.Stellungen von Kelch und Krone bei Galeopsis und Salvia. Die Staubblätter können phyllodial, petalodial oderpistillodial umgewandelt werden, unter sich, mit den Kronblättern oder auch mit den Fruchtblättern verwachsen(z. B. bei Galeopsis). Bei den Arten mit nur 2 Staubblättern können alle 4 ausgebildet werden (Lycopus,Sideritis, Salvia). Sehr selten tritt auch das 5. auf (bei Arten von Mentha, Thymus, Ballota, Sideritis, Melittis,Lophanthus, Bystropogon, Coleus). Die Fruchtblätter können vermehrt (Mentha, Salvia, Plectranthus, Coleusu. a.) oder als Krön, oder Kelchblätter ausgebildet werden. Die meisten teratologischen Bildungen (auch diePelorien, die dann bei den Verbenaceen und Boraginaceen zur Regel werden) scheinen Neubildungen zu sein,von denen jedoch einzelne, wie die Oligomerie des Androeceums in manchen Gattungen Konstitutionsmerkmalegeworden sind, so dass das abnorme Auftreten der normalen Staubblattzahl als Atavismus erscheint.

Die Einteilung der Familie bereitet bei der Einförmigkeit der meisten Organe grosse Schwierigkeiten,sodass immer noch keine in jeder Hinsicht befriedigende Gliederung gegeben werden kann. Alle neuerenEinteilungsversuche gründen sich auf denjenigen George Benthams, der insbesondere in dessen LabiatarumGenera et Species (London 1832/36) ausführlich dargestellt ist. Bentham unterschied 11 Tribus: dieOcimoideae mit absteigenden, auf der einblätterigen Kronunterlippe liegenden Staubblättern (Ocimum, Coleus,Lavandula u.a.), die Menthoideae mit spreizenden, wenig ungleichlangen Staubblättern und fast radiärerKrone (Pogostemon, Elsholtzia, Mentha, Lycopus usw.) und 9 Tribus mit aufsteigenden Staubblättern: