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5,4 (1927) Dicotyledones : (V. Teil), Sympetalae
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jenigen der Staubbeutel und des Pollens vgl. Guörin, Paul. D6veloppement de l'anthere et du pollen desLabiees. Compt. Rend. Acad. Paris. Bd. CLXVIII, 1919. Die Staubblätter sind der Kronröhre bald hoch baldtief eingefügt. Das meist gänzlich fehlende 5. Staubblatt ist in sehr seltenen Fällen (z. B. bei Coleus. und Bystropogon»Arten, ganz ausnahmsweise auch z. B. bei Thymus) noch ausgebildet. Sein Schwund steht vielleicht mit derAusbildung einer Kronoberlippe in Verbindung. Bei zahlreichen Gattungen (z. B. Rosmarinus, Westringia,Lycopus, Hedeoma, Salvia, Monarda) verkümmern auch die beiden oberen Staubblätter zu Staminodien oderschwinden ganz; in den weiblichen Blüten, die bei den meisten Gattungen vorkommen und sich meist auchdurch kleinere, oft blasser gefärbte Krone unterscheiden (Mentha, Thymus, Origanum, Satureja, Salvia u. a.)alle 4, viel seltener (z. B. bei einigen asiatischen Salvia.Arten) nur die beiden oberen oder (bei Scutellaria)nur die unteren Hälften der unteren. Kleinblütige Individuen können jedoch auch mit normalen Staubblätternneben grossblütigen auftreten (Heteranthie, z. B. bei Satureja und Galeopsis). Die weiblichen Blüten sind meistgynodioezisch, seltener gynomonoezisch verteilt. Noch seltener sind rein männliche Blüten. Eigentliche Monoezieist für Arten von Nepeta, Dioezie für solche von Basilicum nachgewiesen. Meist sind alle 4 Staubblätter frei,selten (Coleus) monadelphisch verbunden. Die Antheren bestehen aus einem meist schmalen, zuweilen bespitzten(Prunella), keulig verbreiterten (Saturejeae), lang gestreckten (Salvia, Prostanthera) oder fast fehlenden (Progoste»moneae, Ocimoideae) Konnektiv und 2 sich mit Längsrissen öffnenden Pollensädcen (Thecae). Diese sind baldrundlich, bald lang gestreckt, bald parallel, bald in einem verschieden grossen Winkel spreizend, bald kahl,bald behaart (z. B. Lamium, Galeopsis). Bei Sideritis und Scutellaria haben die beiden oberen Staubblättereine einzige fertile Theca. Besonders starke Umwandlungen zeigen die Staubblätter von Galeopsis und Salvia.In der Knospenlage sind sie stets eingerollt, die aufsteigenden nach vorn, die absteigenden nach hinten. Diean den Antheren vieler Labiaten vorkommendenKlebstoffkügelchen" sind gewöhnliche Labiatendrüsen.Die Pollenkörner sind meist ellipsoidisch und mit Längsfalten versehen. Die Exine ist meist glatt. Bei den Aiu.goideen und bei den meisten Stachydeen sind 3, bei sehr wenigen Arten (Stachys arenarius, Sideritis scordioides) 4,bei den Ocimoideen, Saturejeen, Nepeteen, Prunella, Salvia usw. 6 Falten vorhanden (Fig. 3176 d und Taf. 228,Fig. 1 a und 2 e). Das Gynaeceum besteht regelmässig aus 2 durch eine mediane Wand getrennten Frucht»blättern, wird aber bald durch falsche Scheidewände in 4 einsamige Klausen eingeschnürt. Der gewöhnlich kahle(selten, z. B. bei einigen Salvia.Arten, behaarte) Griffel ist meist am Grund zwischen den Klausen (gynobasisch)inseriert, viel seltener (Ajugoideae, Prostantheroideae) wie bei den Verbenaceen höher oben. Er ist mitwenigen Ausnahmen (bei einigen tropischen Gattungen ungeteilt, bei Cleonia 4.teilig) in 2 meist kurze, nuran den Enden Papillen tragende, meist pfriemliche, seltener abgeflachte Narbenäste geteilt, deren oberer inden stärker 2.1ippigen Blüten oft kürzer als der untere ist. Die Samenanlagen sind regelmässig anatrop, miteinem einzigen, zudem oft unvollständigen Integument und abwärts gerichteter Mikropyle. Der Embryosack istmeist lang gestreckt. Bemerkenswert sind haustorienartige Fortsätze, die von den Embryosackzellen (besondersden Antipoden und dem aus dem befruchteten Embryosackkern oder auch aus den Antipoden hervorgehendenEndosperm) ausgehen und sich in den meist schwach entwickelten Nucellus erstrecken. Näheres hierüber beiVesque (in Annales sc. nat. Bd. VIII 1879), Guignard (ebenda Bd. XIII 1884, pag. 172) und R. Soufeges(in Compt. Rend. Acad. Paris, Bd. CLXIII, 1921, pag. 48 und 1057 und Bull. Soc. Bot. de France, Bd. LXVI1I, 1921).Die Bestäubungsvorgänge sind durch Sprengel, Delpino, H.Müller, Correns, Briquet und vieleandere bei einer grossen Zahl von Labiaten genau untersucht. Es lassen sich 3 Typen unterscheiden s Beimersten, der besonders bei relativ reduzierten Gattungen mit kurzer Kelch» und Kronröhre und schwachdifferenziertem Kronsaum (Mentha, Thymus, Origanum) verwirklicht ist, ragen die meist wenig ungleichen odergleichen Staubblätter weit vor und spreizen meist schon von Grund an. Der Nektar ist auch kleinen Hyme»nopteren und Dipteren zugänglich. Beim zweiten Typus, dem der eigentlichen Lippenblüten, steigen dieStaubblätter auf und der Nektar wird auf der Unterseite der Blüte abgesondert. Meist ist er nur für Apidenund Schmetterlinge, höchstens noch Syrphiden zugänglich. Der Pollen wird auf den Rücken der Besucherentleert. Bei Arten von Lamium, Galeopsis, Scutellaria u. a. wird seine Ausstreuung durch einen Haarbesatzan den Antheren begünstigt. Einen eigenartigen Hebel, oder Schlagbaummechanismus haben Prunella. undPhlomis.Arten i am vollkommensten ist er bei Salvia ausgebildet. Der Insektenrüssel wird ausser durch verschieden»artige, meist auf die Unterlippe beschränkte Saftmale oft auch durch Längsrinnen im Kronschlund (Teucrium,Ballota u. a.) oder durch hohle Ausstülpungen (Galeopsis, Scutellaria) geleitet. Auffallend langröhrige, meist schar»lachrote Blüten sind bei tropischen, besonders südamerikanischen Arten von Satureja, Stachys, Salvia, Scutellariau. a. sehr verbreitet. Ausser durch Nachtfalter werden sie anscheinend namentlich durch Kolibri bestäubt.Beim dritten Typus liegen die Staubblätter auf oder sogar in der Unterlippe, so dass der Pollen auf dieUnterseite der Besucher, die auch hier vorwiegend Apiden sind, entleert wird. Hierher gehören vor allemdie meisten Ocimoideen (schmetterlingsblütige Labiaten"); doch wird eine ähnliche Stellung der Blütenblätterauch in andern Tribus erreicht durch Resupination der Kronröhre (bei mehreren, bei uns nicht vertretenenArten von Ajuga, Teucrium [in geringerem Grad auch bei T. Botrys] und Satureja) oder des Blütenstiels