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Eremostachys, Ajuga Chamaepitys, Teucrium Botrys) bis 3» oder mehrzählig gefiedert (Cidronella, mehrereSalvia=Arten). Die Nervatur ist meist fiederig, zuweilen fingerförmig verkürzt (Leonurus» und Lamium-Arten)oder ± netzig bis so dicht feinnetzig, dass die Spreite dadurch runzelig wird (Ballota, Marrubium, Lamium,Horminum, Salvia u. a.). Das Mesophyll ist meist dünn und ausgeprägt dorsiventral, kann jedoch ziemlich dickbis etwas fleischig (Majorana, Ocimum) und ± bifazial (z. B. bei einigen mediterranen Teucrium-Arten) werden.Unter den Arten mit immergrünen, ericoiden bis lauroiden Laubblättern zeigt Rosmarinus besonders hoheSpezialisation. Die Spaltöffnungen gehen in der Regel durch 2»malige, selten (z. B. Satureja montana, Origanumvulgare) mehrmalige Teilung aus einer Mutterzelle hervor. Die Ausbildung des Blattrandes ist sehr mannigfach.Verdornung ist bei den Laubblättern selten (Sideritis), bei den Vorblättern und Kelchblättern viel häufiger(z. B. Marrubium, Ballota, Lycopus, Galeopsis usw.). — Die Haarbildungen sind oft am selben Individuumsehr mannigfaltig (z. B. bei Rosmarinus und Lavandula). Am Stengel sind bei zahlreichen Formen von Satureja,Thymus, Prunella, Ajuga u. a. die unter den Laubblättern liegenden Seiten kahl, die dazwischen liegenden i
flaumig bis zottig behaart, welche Verteilung als An»passung an die Ableitung des Regenwassers gedeutetworden ist. Die einfachen, 1« bis vielzelligen, zuweilen(z. B. bei Arten von Satureja, Salvia, Teucrium) peitschen»förmigen Haare sind oft mit Cuticularperlen besetzt. Beimanchen Arten von Ballota, Phlomis, Lamium, Galeopsis,Salvia u. a. sitzen sie auf einem knötchenförmigen Sockeloder werden durch einen Ringwulst gestützt. VerzweigteHaare kommen z. B. bei Mentha-, Marrubium«, Stachys«,Teucrium», Rosmarinus», und Lavandula« Arten vor, eigent»liehe Sternhaare sind jedoch selten (Lavandula, Phlomis).Die Drüsenhaare (Fig. 3178, 3179) haben stets einen 1» bismehrzelligen, doch stets einreihigen, zuweilen tief ein»gesenkten Stiel und ein 1» bis 48»zelliges, oft Scheiben»förmiges Köpfchen. Stärker klebrige Exkrete werden fastnur von länger gestielten Drüsen mit 1. bis 2-zelligenKöpfchen abgesondert (z. B. Salvia glutinosa, GaleopsisTetrahil). Die für die Labiaten besonders charakteristischenOeldrüsen haben fast durchwegs einen nur 1» oder2-zelligen Stiel. Das Köpfchen kann 1 »zellig (Rosmarinus,Lavandula, Mentha, Thymus, Satureja, Melissa, Salvia,Monarda), 2-zellig (Lavandula, Hyssopus, Stachys lanatus,Melissa u. a.) oder 4» bis 48-zellig sein. Letzteres sinddie eigentlichen Drüsenschuppen oder „Labiatendrüsen",die auch an den Blütenblättern nicht selten auftreten undals ,Harzpünktchen" oder „Klebstoffkügelchen" auch schonvon früheren Systematikern (z. B. Schkuhr) und Blüten-ökologen (z. B. D e 1 p i n o) beschrieben worden sind. Solche treten nicht nur auf den Antheren undFruchtknoten, sondern in einzelnen Fällen (Salvia) selbst auf den Samenanlagen auf. Nähere Angaben überdie Haarbildungen, besonders über diejenigen der pharmazeutisch verwendeten Labiaten ausser in den WerkenBriquets, Tschirchs und S o 1 er ed e r s in den Dissertationen von Ella Eriksson (Berichte der pharmak.Ges. 1908), H. Delpy (Zürich u. Oesterr. Apotheker.Ver. 1910) und H. O. Buch (Basel»Kolmar 1925). — NachTschirch wird das Oel ausschliesslich in den Membranen der Drüsenköpfchen gebildet, deren Cuticula esabhebt, wogegen andere Autoren auch eine Mitwirkung des Protoplasmas annehmen. Eine Verminderungder Verdunstung kann das Oel nur bei ganz ruhiger Luft herbeiführen (Detto in Flora 1903); wohl aberdürfte es allgemein einen chemischen Schutz bilden. Hauptbestandteile der nicht nur nach Triben undGattungen, sondern auch nach Arten, Oekotypen und Provenienzformen sehr verschieden zusammengesetztenLabiatenöle sind aromatische Alkohole (Cineol, Borneol, Linalool, Menthol, Terpineol u. a. mit ihren Estern),Phenole (Thymol, Carvacrol, Methylchavicol u. a.), Terpene (Pinen, Camphen, Stearopten, Ocimen usw.),Ketone (Carvon, Thyon, Pulegon in den „poleiartig" riechenden Labiaten, Kampfer, Pinocamphon u. a.), Aide»hyde (Geraniolaldehyd = Citral und Citronellal in den „melissenartig" riechenden Labiaten), Kohlenwasser«Stoffe (Cymol u.a.), Cumarin usw. Auf diesen Stoffen beruht die Verwendung so zahlreicher Labiaten alsAromaticum, Nervinum, Excitans, Carminativum, Antispasmodicum, Stomachicum, Purgans, Diureticum,Emmenagogum, Abortivum, Anthelminthicum, Desinficiens usw. Daneben finden sich Bitter« und Gerbstoffe,Gummi« und Pflanzenschleime (besonders reichlich in den deshalb als Emolliens und Expectorans gebrauchten
Fig. 3178. Haare von Lamium album L. Entwicklungder einfachen Haare (a, b ) und der Drüsenhaare (c bis i)( a bis d und / nach Rauter, g bis i Orig.).